Freitag, 3. August 2007

"Spionage-Affäre" geht in nächste Runde: Ex-Ferrari-Mechaniker dementiert Vorwürfe

  • Briatore: 'Spionage-Thema derzeit überstrapaziert'
  • Stepney defensiv: 'Habe keine Infos weitergegeben'

Der Streit um die Verantwortung für die Spionage-Affäre in der Formel 1 hat sich auch vor dem Grand Prix von Ungarn in Budapest fortgesetzt. Während Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug McLaren-Teamchef Ron Dennis und dessen Vorwürfe gegen das Konkurrenzteam Ferrari verteidigte, dementierte der entlassene Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erneut, vertrauliches Material an McLaren weitergegeben zu haben.

"Es stimmt nicht, dass ich Unregelmäßigkeiten gemeldet habe", wurde Stepney über seine Anwältin in der "La Gazzetta dello Sport" zitiert. "Man musste sich das Auto nur anschauen, um zu realisieren, dass etwas nicht stimmt. Das war für alle Leute, die in der Formel 1 arbeiten, offensichtlich." Dennis hatte Ferrari am zuvor in einem Brief beschuldigt, beim Saisonauftakt in Melbourne illegale Teile verwendet zu haben.

McLaren will über diese illegalen Teile von Stepney informiert worden sein. Erst nach einer diesbezüglichen Anfrage des englischen Teams beim Weltverband FIA habe Ferrari seine Autos umgebaut und einen dementsprechenden Wettbewerbsnachteil in Kauf nehmen müssen. McLaren selbst hat vor der Ferrari-Berufung im Prozess um die Weitergabe geheimer Daten keine Angst. "Da wird nur das rauskommen, was wir bisher gesagt haben", versicherte Haug.

Die Konkurrenz wird allerdings hellhörig, sollte McLaren in Form seines suspendierten Chefdesigners Mike Coughlan tatsächlich vertrauliche Informationen eines anderen Teams besessen haben. "Wenn das stimmt, dann gehören sie bestraft. Zumindest wenn sie einen Vorteil daraus gezogen haben. Ich bin kein Richter, aber es gibt Regeln", betonte Renault-Teamchef Flavio Briatore. Der Italiener gestand allerdings auch, dass das Thema derzeit überstrapaziert werde. "Es herrscht zu große Verwirrung in der Formel 1." (apa)

3.8.2007 17:19
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