Sonntag, 5. August 2007

Hamilton feiert Start-Ziel-Sieg in Ungarn: Brite baut mit Triumph die WM-Führung aus

  • Zweiter Kimi Räikkönen vor BMW-Fahrer Heidfeld
  • Alonso auf Rang 4 - Wurz ohne Chance auf Punkte

Im Prinzip war der Formel-1-Grand-Prix von Ungarn durch den FIA-Entscheid gegen Fernando Alonso nach dem Qualifying bereits entschieden worden. Dabei wurde der Pole-Mann auf Startplatz sechs zurückversetzt. Sein McLaren-Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton fuhr daraufhin vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und Nick Heidfeld im BMW-Sauber einen Start-Ziel-Sieg ein. Alonso holte Rang vier, der Österreicher Alexander Wurz kam nicht über Platz 14 hinaus.

Während Hamilton seine WM-Führung auf Alonso auf sieben Zähler ausbaute, gab es in der Konstrukteurs-Wertung weder Punkte noch Pokal für McLaren. Die FIA reagierte damit auf die Blockade in der McLaren-Box, durch die Weltmeister Alonso Hamilton im Qualifying eine weitere schnelle Runde verwehrt hatte. Das Verhalten des Teams wurde als "unsportlich" bewertet, McLaren kündigte Berufung an.

Hamilton war bereits im Qualifying über weite Strecken der Schnellste gewesen und zauberte auch im Rennen eine fehlerfreie Performance auf den Asphalt. Der 22-jährige Engländer hielt Räikkönen am Ende 0,7 Sekunden hinter sich und durfte sich über seinen dritten GP-Sieg, den ersten in Europa, freuen. Zuvor hatte Hamilton, der in seinen bisher elf Grand Prix zehnmal auf das Podest gefahren ist, in den USA und in Kanada triumphiert.

Funkstille zwischen Alonso und Hamilton
"Es war schwierig, konzentriert zu bleiben. Ich war verunsichert, weil ich nicht gewusst habe, ob das Team gegen mich ist", verriet Hamilton. "Ich habe versucht, positiv zu bleiben und mit einem Lächeln hierherzukommen." Nach dem Rennen hatte der Jungstar allen Grund dazu. "Wir haben das Rennen kontrolliert." Trotzdem ist die Stimmung bei McLaren mehr als unterkühlt. Alonso und Hamilton sprechen seit dem Vorfall nicht mehr miteinander.

Im Qualifying hatte sich Hamilton wegen der Alonso-Blockade über den Boxenfunk noch ein heftiges Wortgefecht mit seinem langjährigen Förderer, Teamchef Ron Dennis, geliefert. "Ich habe mich alleingelassen gefühlt", erklärte der Shooting Star. Nun sei die Sache aber aus der Welt geräumt. Alonsos Rückversetzung ließ Hamilton kalt. "Ich hätte mir auch von Startplatz zwei aus keine Sorgen gemacht. Ich habe mir gesagt, dass ich hier der Schnellste bin."

Titelverteidiger Alonso frustriert
Der angekündigte Regen war ausgeblieben, spektakuläre Szenen waren daher Mangelware. Einzig Alonso überholte in der Anfangsphase den Australier Mark Webber und den Polen Robert Kubica. An Heidfeld kam der Spanier im Finish nicht mehr vorbei. "Es war ein bisschen frustrierend, denn das Rennen wurde schon durch die Entscheidung von gestern Nacht entschieden", meinte Alonso. "Das Ganze kommt mir ein wenig komisch vor, aber die Saison ist noch lang."

Noch frustrierender war das Wochenende für Wurz verlaufen. Der Niederösterreicher war nach einem Funkproblem im Qualifying als Zwölfter ins Rennen gegangen und hatte bereits am Start zwei Ränge verloren. "Die Start-Performance war heute schlecht", gestand der 33-Jährige. In Wahrheit habe man WM-Punkte aber bereits im Zeittraining vergeben. "Platz neun oder zehn wäre vielleicht drinnen gewesen. So ist es eigentlich nur noch um die Goldene Ananas gegangen", sagte Wurz. (apa/red)

5.8.2007 21:29
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts