Alonso sieht McLaren in der Favoritenrolle:
Alexander Wurz will WM-Punkte sammeln
- Ungarn-Grand Prix überschattet von "Spionageaffäre"
- Heftiger Regen könnte für Überraschungen sorgen

·Schwere Geschütze: McLaren vs. Ferrari
Teamchef Dennis: 'Ferrari
benutzte illegale Teile!'
·F1 in Ungarn: Der heimliche Heim-GP
Veranstalter erwarten Zuschauer-Ansturm
·Sebastian Vettel gibt sein Debüt in Ungarn
Der "neue Schumi" der Scuderia Torro Rosso?
·VIDEO: Alle Infos
zum GP von Ungarn!
Hungaroring: Wurz über seine Strecken-Eindrücke
·Der Endstand in der F1-Weltmeisterschaft!
Die Wertungen 2008 bei Fahrern & Konstrukteuren
·Wer wird Formel 1- Weltmeister 2007?
Stimmen Sie mit bei der Networld-Online-Umfrage!
Die alten Feindschaften werden in Ungarn wieder aufleben gelassen. Der Ton zwischen den WM-Rivalen McLaren-Mercedes und Ferrari wird immer rauer. Die Spionage-Affäre um die beiden Topteams droht den traditionellen Grand Prix auf dem Hungaroring bei Budapest zu überschatten. "Wir müssen uns jetzt auf der Strecke beweisen", betonte McLarens WM-Leader Lewis Hamilton. Und das kann er schon ab heute im Freien Training tun.
Der 22-jährige Brite war vor zwei Wochen auf dem Nürburgring erstmals in seiner sensationellen Formel-1-Karriere nicht auf das Podest gefahren, strotzt aber bereits wieder vor Selbstvertrauen. "Ich kann auch in Ungarn gewinnen", meinte Hamilton. "Wir sind hier sehr stark." Zwei Punkte führt der Engländer in der WM vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso, elf vor Ferrari-Verfolger Felipe Massa.
"Es ist eine sehr enge, spannende Weltmeisterschaft. Wir müssen einen klaren Kopf behalten, denn wir wollen sie auf der Strecke gewinnen", kommentierte Hamilton die Kontroversen um den möglichen Besitz vertraulicher Ferrari-Daten durch McLaren. Sein Team war in der Vorwoche in der Affäre mit einer Verwarnung durch den Weltrat der FIA davongekommen, Ferrari hat aber Berufung eingelegt.
Mit seinem zweiten Sieg in Folge könnte Alonso erstmals seit April die WM-Führung von Hamilton übernehmen. Der Weltmeister hat gute Erinnerungen an Ungarn. Vor vier Jahren hatte der Spanier im Renault hier seinen ersten Grand Prix gewonnen - als bis heute jüngster Pilot der Geschichte mit 22 Jahren und 26 Tagen. "Diese Strecke wird immer eine besondere für mich bleiben", versicherte Alonso.
Der Titelverteidiger feierte erst kürzlich seinen 26. Geburtstag und glaubt, die Favoritenrolle bei McLaren zu sehen. Auch viele Experten tun das, wenngleich in einer anhaltenden Trockenperiode ausgerechnet für das Rennwochenende zum Teil heftige Regenfälle und ein Temperatursturz vorausgesagt werden. Im Vorjahr hatte im Regen überraschend Jenson Button seinen ersten GP-Sieg eingefahren.
"Wir sind auf alles vorbereitet", versicherte der dreifache Ferrari-Saisonsieger Kimi Räikkönen, der in der Vorwoche wieder mit einer angeblichen "Sauftour" für Schlagzeilen gesorgt hat. Dennoch glaubt der Finne mit 18 Punkten Rückstand auf Hamilton noch immer an seinen ersten WM-Titel. Dem Ungarn-Grand-Prix (Räikkönen holte im Vorjahr die Pole Position) könnte dabei eine Schlüsselrolle zukommen.
Nicht so für Sebastian Vettel. Der 20-jährige Deutsche absolviert am Wochenende sein erstes Rennen für die Scuderia Toro Rosso, hat dementsprechend wenig Druck. "Wir dürfen uns nicht zu viel erwarten", meinte Mitbesitzer Gerhard Berger. "Es ist sein erstes Wochenende im neuen Auto." Gleiches gilt für den Japaner Sakon Yamamoto, der im Spyker unter anderem gegenüber dem Österreicher Christian Klien den Vorzug erhalten hatte.
Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost hat unterdessen seine angebliche "Tätlichkeit" gegen Vettels Vorgänger Scott Speed aufgeklärt. Der US-Amerikaner habe sich nach seinem Ausfall auf dem Nürburgring vom Tiroler weggedreht, als dieser mit ihm gesprochen hatte. Tost hielt Speed zurück, von einem tätlichen Angriff könne aber nicht die Rede sein. "Das ist übertrieben", meinte Tost.
Während die ersten WM-Punkte für Toro Rosso illusorisch scheinen, hat Alexander Wurz im Williams weitere im Visier. "Ich mag die Strecke. Überholen ist unter normalen Umständen schwierig, aber mit Strategie kann man etwas anrichten", meinte der Niederösterreicher. Ein Wetterumschwung könnte sein Übriges tun. Zuletzt auf dem Nürburgring war Wurz im Regen auf Rang vier gefahren. (apa)
