Schwere Geschütze zwischen McLaren und Ferrari: Spionage-Affäre in nächster Runde
- Entlassener Ferrari-Mechaniker Stepney geht petzen
- Teamchef Dennis: 'Ferrari benutzte illegale Teile!'
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In der Spionage-Affäre zwischen McLaren und Ferrari werden vor dem GP von Ungarn immer schwerere Geschütze aufgefahren. McLaren-Chef Ron Dennis hat den Konkurrenten in einem Offenen Brief an den Italienischen Automobil-Verband (ACI) beschuldigt, beim Saisonstart in Melbourne ein illegales Auto verwendet zu haben. Kimi Räikkönen hatte damals mit illegalem Unterboden und Heckflügel-Teiler gewonnen.
Aufmerksam war McLaren darauf erst vom unzufriedenen und später entlassenen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney gemacht worden. Der Brite, der den mittlerweile suspendierten McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan kontaktiert hatte, hatte die Spionage-Affäre ins Rollen gebracht. Stepney habe "im Interesse des Sports gehandelt. Das Petzen muss in solchen Fällen gefördert und nicht verurteilt werden", meinte Dennis. Dennoch gestand der McLaren in dem Brief indirekt ein, von Stepney mit Ferrari-Daten versorgt worden zu sein.
In der Vorwoche war McLaren wegen des Besitzes illegaler Ferrari- Informationen vom Weltverband FIA verwarnt worden. Sanktionen wurden mangels schlüssiger Beweise keine verhängt, Ferrari hat aber Berufung eingelegt. Das englische bezichtigte das italienische Team daraufhin einer Schmutzkübelkampagne. Die Revanche folgte prompt. "Ferrari hat beim Australien-Grand-Prix, den sie gewonnen haben, illegale Teile benutzt", versicherte Dennis, der die Informationen laut eigenen Angaben an die FIA weitergeleitet hat.
Das Ergebnis des Saisonauftakts, den Räikkönen vor den McLaren- Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton für sich entschieden hatte, werden die Engländer nicht anfechten. "Im Interesse des Sports", betonte Dennis. (apa)
