Heimlicher Heim-Grand-Prix: Ungarn erwarten Zuschauer-Anstrum aus Österreich
- Nur etwas mehr als 2 Autostunden von Wien entfernt
- Wurz freut sich auf zahlreiche Fahnen an der Strecke
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Nur etwas mehr als zwei Autostunden trennen Wien vom elften Saisonlauf der laufenden Formel-1-WM. Der zum 22. Mal ausgefahrene Grand Prix von Ungarn ist das heimliche Heimrennen der Österreicher. Seit der Abkehr der Königsklasse des Motorsports vom A1-Ring in Spielberg vor vier Jahren ist er auch deren einziges.
Der Hungaroring in Mogyorod bei Budapest ist keine 250 Kilometer von der Wiener Stadtgrenze entfernt. Tausende Fans aus Ostösterreich werden daher auch am kommenden Wochenende über den Grenzübergang Nickelsdorf den Weg nach Ungarn finden. "Es ist supercool, wenn man Fahnen und Fans an der Strecke hat", versicherte der österreichische Grand-Prix-Pilot Alexander Wurz. "Es sind immer viele Österreicher nach Ungarn gekommen. Das war schon in den Zeiten von Gerhard Berger so."
Berger, der als Hälfteeigentümer der Scuderia Toro Rosso am Wochenende erstmals auf den deutschen Jungstar Sebastian Vettel setzt, hatte 1992, 1993 und 1995 jeweils Platz drei belegt. Erstmals hatte die Formel 1 1986 im Osten Station gemacht. Als Premierensieger ließ sich der Brasilianer Nelson Piquet feiern, dessen Sohn Nelson Piquet jun. als Testfahrer bei Renault unter Vertrag steht.
Von der Premiere 1986 datiert auch der Zuschauerrekord. 220.000 Menschen waren damals am Rennwochenende an die Strecke gepilgert. Diese Marke könnte 2007 sogar übertroffen werden, meinte GP-Manager Thomas Frank. Bis zu 250.000 Zuschauer werden erwartet. "Ich hoffe, dass auch die Österreicher zahlreich erscheinen. Selbst wenn die Tickets nicht gerade billig sind", meinte Wurz.
Für Kurzentschlossene sind an den Tageskassen noch Karten zu haben. Ein Stehplatz-Ticket für den Sonntag kostet 100 Euro, ein gesamtes Wochenende auf der Super-Gold-Tribüne 400 Euro. Wer ein Wochenend-Ticket kauft, hat am Donnerstag zudem die Möglichkeit, im Fahrerlager einen exklusiven Blick hinter die Kulissen zu werfen. Am Samstag spielt die Rockgruppe "Omega" auf dem Hungaroring.
In Budapest garantiert erneut Red Bull für Spektakel. Am Donnerstag bitten Mark Webber (Red Bull Racing) und Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) auf einem Innenstadtkurs zum Wettstreit "Bulls versus Lions". Auch Berger wird in einen historischen Boliden steigen. Im Vorjahr hatte das spektakuläre Event den Verkehr in der Stadt buchstäblich zum Erliegen gebracht.
Spektakulär war im Vorjahr auch der Grand Prix - dem Regen sei dank. Sowohl Weltmeister Fernando Alonso als auch Rekordchampion Michael Schumacher waren ausgefallen, der Engländer Jenson Button landete im Honda seinen Premierensieg. Auch für das kommende Wochenende ist Regen prophezeit. Im Trockenen ist das Überholen auf dem schmalen Kurs ohnehin praktisch unmöglich. Der Hungaroring ist die zweitlangsamste Strecke der Formel 1 nach jener in Monaco, ein gutes Qualifying damit ebenso essenziell. (apa/red)
