Montag, 30. Juli 2007

Unrühmliches Ende: Team Astana entlässt Winokurow nach positiver Doping-B-Probe!

  • Kasachischer Fahrer mit sofortiger Wirkung gekündigt
  • Radsportler beteuert nach Vorfall seine Unschuld

Rad-Profi Alexander Winokurow ist mit sofortiger Wirkung aus dem Team Astana entlassen worden. Zwei Tage, nachdem auch die B-Probe ein positives Resultat und somit Fremdblut-Doping nachgewiesen hat, hat die Teamleitung reagiert. "Das Astana Rad-Team hat die Bestätigung erhalten, dass die B-Probe von Alexander Winokurow nicht negativ war", erklärte das Team.

"Konsequenterweise ist der kasachische Fahrer mit sofortiger Wirkung entlassen worden", hieß es. Winokurow war nach seinem Sieg in einem Zeitfahren am 21. Juli in Albi getestet worden. Der Kasache hatte die Tour beenden müssen, als Folge war das gesamte Team aus der Tour ausgestiegen.

Winokurow, der sich die selben Anwälte wie der ebenfalls überführte Floyd Landis genommen hat, erklärte, er habe nach seinem Sturz auf der 5. Tour-Etappe und den Verletzungen an den Knien eine Bluttransfusion im Krankenhaus bekommen. Landis war nach seinem Tour-Sieg 2006 Doping mit Testosteron nachgewiesen und danach das Gelbe Trikot aberkannt worden.

"Ich bin hundert Mal während meiner Laufbahn getestet worden, diese Ergebnisse machen überhaupt keinen Sinn", wehrte sich Winokurow. "Mit der ganzen Beachtung für das Doping-Thema wäre es verrückt, das zu tun, was mir vorgeworfen wird." Sein Anwalt zweifelt wie im Fall Landis die Analysemethode des französischen Labors an.

Der Popularität in seiner Heimat hat der Dopingskandal aber keinen Schaden zugefügt. In der früheren Sowjetrepublik wirbt die Regierungspartei "Nur Otan" (Strahlendes Vaterland) auf Wahlplakaten mit Winokurows Konterfei. Auf dem Plakat mit insgesamt sieben prominenten Kasachen werden Winokurow folgende Worte zugeschrieben: "Das Wichtigste im Sport ist der Glaube an sich selbst und der Siegeswillen. Ich stimme für Nur Otan und bin mir sicher, dass wir siegen werden."

Die französische Sportministerin Roselyne Bachelot hat indes strengere Sanktionen für dopende Sportler gefordert. "Ich werde eine Reihe neuer Maßnahmen vorschlagen", sagte Bachelot auf einer Pressekonferenz am Montag. "Wenn es keinen Handel gibt, gibt es kein Doping. Wir müssen enger mit der Welt des Sports, mit der Polizei und der Justiz zusammenarbeiten."

(apa/red)

30.7.2007 21:44