Verluste für Bauern durch Dürre und Hagel:
Rekord-Schadenssumme von 60 Mio. Euro
- Rund 10% der heimischen Agrarflächen betroffen
- Bis Jahresende könnte Summe auf 75 Mio. steigen

Die Schäden für die Bauern aufgrund von Dürre und Hagel erreichen heuer neue Rekordwerte. Bisher seien rund zehn Prozent der heimischen Agrarfläche betroffen, das Schadensausmaß liege bei 60 Mio. Euro, so die Zwischenbilanz des Generaldirektors der Hagelversicherung, Weinberger. Bis zum Jahresende könnten die Schäden auf 75 Mio. Euro weiter steigen, was für die Versicherung ein negatives Ergebnis bringe.
Die Hagelversicherung überlegt daher eine Erhöhung des Selbstbehaltes für bestimmte wasserintensive Kulturen wie Körnermais. "Die Landwirtschaft ist mit Dürreschäden konfrontiert, die bisher nur aus Spanien bekannt waren", sagte Weinberger, dessen Assekuranz seit dem Jahr 2000 auch das Risiko Dürre versichert.
In diesem Zeitraum gibt es in einigen Regionen Österreichs bereits wiederkehrende Trockenschäden. Und: "Nach dem regenarmen und extrem heißen Juli erwarten wir in den kommenden Wochen weitere Dürreschäden an den Kulturen Körnermais und Kartoffeln", analysierte Weinberger. "Dürre-Sorgenkinder" seien etwa das nördliche Burgenland, Weinviertel, Marchfeld, die Thermenregion oder Teile Kärntens.
Bis dato sind bei der Hagelversicherung 18.699 Hagel- und Dürreschadensmeldungen eingegangen - doppelt so viele wie im Vorjahr. Allein durch Trockenheit gibt es nach der Jahrhundertdürre 2000 die zweitgrößten Ausfälle und heuer bereits 6.091 Schadensfälle. Insgesamt sind 135.000 ha landwirtschaftliche Flächen durch diese Wetterextreme bisher betroffen.
In Österreich ist die versicherte landwirtschaftliche Fläche gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 1.162.379 ha gestiegen. Damit sind bereits mehr als 80 Prozent der Ackerflächen hagelversichert und 60 Prozent davon mehrgefahrenversichert, also gegen Frost, Trockenheit, Überschwemmung, Sturm, Auswuchs, Tierische Schädlinge und Dauerregen bei Ernte. (apa)
