Verheerender Crash in Sao Paulo: Chef der brasilianischen Flughafenbehörde gefeuert
- Präsident der Raumfahrtagentur wird sein Nachfolger
- Brasilien seit Monaten von Luftverkehr-Krise gebeutelt

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Brasilien: Bordcomputer-
Defekt auch möglich
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Flugzeugunglück
Wrack & Bauten standen stundenlang in Flammen
Nach dem schweren Flugzeugunglück in der brasilianischen Metropole Sao Paulo muss der Chef der Flughafenverwaltungsbehörde Infraero, Jose Carlos Pereira, seinen Posten räumen. Zum Nachfolger von Pereira ernannte Verteidigungsminister Nelson Jobim den bisherigen Präsidenten der nationalen Raumfahrtagentur (AEB), Sergio Gaudenzi.
Pereira war wegen des Absturzes eines Airbus A320 der brasilianischen Gesellschaft TAM am 17. Juli auf dem städtischen Flughafen Congonhas scharf kritisiert worden. Bei dem Unfall waren mindestens 199 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war bei der Landung über die regennasse Landebahn hinausgeschossen und anschließend über eine Hauptstraße gerutscht und in eine Tankstelle und ein Geschäftsgebäude gerast.
Die Hauptlandebahn von Congonhas gilt als eine der möglichen Ursachen des Unglücks. Die Piste war nach Reparaturarbeiten wieder freigegeben worden, obwohl Rinnen für das Ablaufen von Regenwasser fehlten. Als gefährlich gilt Congonhas auch deshalb, weil die Hauptlandebahn mit 1940 Metern als relativ kurz gilt und der Flughafen von dicht besiedelten Wohnvierteln umgeben ist.
Mit Gaudenzi wolle er bald auch das Schicksal der gesamten Führungsspitze von Infraero erörtern, erklärte Verteidigungsminister Jobim. "Wir tendieren zu einer völligen Erneuerung der Behördenspitze", sagte Jobim. Der Minister kündigte auch eine Verbesserung der "Infrastruktur" der Kontrolle des Luftraums über dem Amazonasurwald sowie eine Reform der Hauptlandebahn des wichtigsten Flughafens von São Paulo in dem Vorort Guarulhos an.
Brasilien wird seit Monaten von einer Krise im Luftverkehr erschüttert. Auslöser war ein Flugzeugzusammenstoß über dem Amazonas-Urwald Ende September vergangenen Jahres. Damals starben 154 Menschen. Seitdem sorgen Fluglotsen mit Protesten für bessere Arbeitsbedingungen für Chaos, Verspätungen und lange Wartezeiten auf den Flughäfen. Die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wird auch von neutralen Beobachtern der "Tatenlosigkeit" beschuldigt. Wenige Tage nach dem Unfall vom 17. Juli ernannte Lula Jobim anstelle von Waldir Pires zum neuen Verteidigungsminister.
(apa/red)
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