Neun Tote bei Wohnhausbrand in Slowakei: Stecken Nazi-Skinheads hinter Katastrophe?
- Unterkunft für sozial schwache Familien in Flammen
- Bewohner vermuten rassistisch motivierte Tat
Mindestens neun Menschen sind beim Brand einer Notunterkunft für sozial schwache Familien in der nordslowakischen Stadt Kysucke Nove Mesto ums Leben gekommen. Das gaben die Einsatzkräfte bekannt, nachdem sie zwei weitere Leichen gefunden hatten. Sie konnten nicht ausschließen, dass unter den Trümmern der niedergebrannten Unterkunft noch weitere Tote lagen. Noch immer werden elf Personen vermisst.
Augenzeugen hatten von Menschen berichtet, die nach Ausbruch des Brandes in Panik halbnackt aus Fenstern sprangen und sich dabei Knochenbrüche zuzogen. Eltern warfen ihre Kinder aus den Fenstern, um sie vor den Flammen zu retten.
Die Ursache der Brandkatastrophe war noch nicht geklärt. Ein Teil der Bewohner vermutete rassistisch motivierte Brandstiftung und berichtete von entsprechenden Drohungen von Skinheads eine Woche zuvor. Die meisten der über 80 Bewohner waren Angehörige der Roma-Minderheit. Stadtverwaltung und Polizei nannten hingegen eine von den Bewohnern selbst verschuldete Missachtung von Sicherheitsvorschriften als wahrscheinlichste Unglücksursache.
Am Freitagabend waren Premierminister Robert Fico und Sozialministerin Viera Tomanova an der Brandstelle eingetroffen und hatten die Unterstützung der Regierung beim Bau von Ersatzunterkünften angeboten. (APA/red)
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