Samstag, 4. August 2007

"Aus Tragödien entsteht Leben": Bush sagte Wiederaufbau der Mississippi-Brücke zu

  • US-Präsident besuchte Unglücksort und lobte Helfer
  • Kongress stellte 250 Millionen Dollar Soforthilfe bereit

US-Präsident George W. Bush hat bei einem Besuch an der eingestürzten Brücke in Minneapolis deren raschen Wiederaufbau versprochen. Das Bauwerk sei von entscheidender Bedeutung für die Region, sagte Bush. Der Kongress stellte bereits 250 Millionen Dollar (183 Mio. Euro) Soforthilfe bereit, um die eingestürzte Mississippi-Brücke zu ersetzen.

Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Acht weitere galten weiter als vermisst, darunter eine schwangere Frau und ihre zweijährige Tochter. Bush machte sich zunächst mit einem zehnminütigen Hubschrauberflug ein Bild von der Lage. Anschließend besuchte er die Unglücksstelle zu Fuß und sprach mit dem Bauarbeiter Gary Babineau, der nach dem Einsturz bei der Rettung von Schulkindern geholfen hatte.

Bush lobte dessen Einsatz als vorbildlich. Es sei der Instinkt vieler Menschen gewesen, zu helfen. Zugleich würdigte der Präsident die Arbeit der Rettungskräfte und der Ermittler, die unter widrigen Umständen die Unglücksursache herausfinden wollten. Er sei nicht nur von der Entschlossenheit, sondern auch von dem Mitgefühl der Rettungshelfer und Überlebenden beeindruckt. "Aus solchen Tragödien kann besseres Leben entstehen", sagte der US-Präsident. Bush, dessen Krisenmanagement 2005 nach der Verwüstung von New Orleans durch den Hurrikan "Katrina" heftig kritisiert worden war, eilte nun rasch an den Unglücksort und sagte Hilfe zu.

Die Brücke werde so schnell wie möglich wieder aufgebaut, sagte er. Darum werde sich Verkehrsministerin Mary Peters in Absprache mit den lokalen Behörden kümmern.

28 der 100 Verletzten noch im Krankenhaus
Von den etwa 100 Verletzten befanden sich noch 28 im Krankenhaus. Fünf Patienten waren nach Angaben der Ärzte in einem kritischen Zustand. Das Schicksal von mindestens acht Menschen, darunter eine junge Mutter mit ihrem 20 Monate alten Baby, war weiter ungewiss. Der Feuerwehrchef von Minneapolis, Jim Clack, sagte, es grenze an ein Wunder, dass die Zahl der Toten und Schwerverletzten nicht höher liege. Fachleute wiesen darauf hin, dass die Fahrzeuge auf der Brücke im Berufsverkehr nur langsam vorankamen und beim Einsturz deshalb nur wenig Schwung hatten. Zudem führte der Mississippi wegen Trockenheit vergleichsweise nur wenig Wasser, was die Rettung der Verunglückten erleichterte.

Verkehrsministerin Peters sagte, die umgehend angeordnete Überprüfung aller Brücken ähnlicher Bauart habe keine drängenden Probleme ergeben. Über die Unfallursache wolle sie nicht spekulieren, aber angesichts der Einstufung der Brücke, ihrer Inspektionen und ihrer Geschichte sei der Einsturz nicht zu erwarten gewesen. "Wir haben sicherlich eine alternde Infrastruktur in den Vereinigten Staaten, aber ich glaube, dass amerikanische Highways und Brücken sicher sind", sagte Peters.

Das Repräsentantenhaus billigte einstimmig eine Soforthilfe von 250 Millionen Dollar. Später stimmte auch der Senat zu. Das Votum war allerdings mit einer Ergänzung verbunden, die eine neue Abstimmung im Repräsentantenhaus am Samstag notwendig machte. Die Gesamtsumme könnte sich dadurch noch um fünf Millionen Dollar erhöhen. Mit seiner Entscheidung überschritt der Kongress die für Soforthilfe übliche Summe von 100 Millionen Dollar pro US-Staat deutlich.
(apa/red)

4.8.2007 21:19