Geiselkrise in Afghanistan: Seoul angeblich um Treffen mit Taliban-Rebellen bemüht!
- Meeting müsste aber auf Taliban-Gebiet stattfinden
- USA schließen Befreiungsaktion doch nicht ganz aus

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Aber kein Militäreinsatz zur Befreiung geplant
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50 Taliban und dutzende
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soll an Diabetes leiden
Im Nervenkrieg um die 21 südkoreanischen Geiseln in Afghanistan wollen die Entführer die Unterhändler der südkoreanischen Regierung nach eigenen Angaben nur auf Taliban-Gebiet treffen. Taliban-Sprecher Qari (Mohammad) Yousuf Ahmadi schloss gewisse Orte - wie die Lager von Aufbauteams oder Bezirkszentren in der südostafghanischen Provinz Ghazni - für eine Zusammenkunft aus. "Das Treffen sollte in einer Region stattfinden, die unter Kontrolle der Taliban ist", sagte Ahmadi der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vertreter der islamischen Extremisten hielten sich in Ghazni für ein bilaterales Treffen mit südkoreanischen Unterhändlern bereit.
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte zuvor unter Berufung auf Informanten berichtet, Unterhändler stünden mit den Taliban in Kontakt, um einen möglichen Treffpunkt für direkte Gespräche auszuhandeln. Seoul will sich durch direkte Verhandlungen mit den Taliban offenbar aus der Abhängigkeit von der afghanischen Regierung lösen, deren Delegation bisher keinen Durchbruch erzielt hat. Die 23 Südkoreaner waren am 19. Juli verschleppt worden. Zwei der Geiseln wurden später von den Entführern erschossen.
amnesty international appellierte an die Entführer, die Gruppe freizulassen. Geiselnahme und Tötung von Geiseln sei ein Kriegsverbrechen, erklärte die Menschenrechtsorganisation in einem Telefonat mit dem Taliban-Sprecher. Wer solche Taten begehe, müsse vor Gericht gestellt werden, erklärte ai-Generalsekretärin Irene Khan. Ahmadi habe amnesty gesagt, die Taliban versuchten, "dieses Thema akzeptabel zu lösen". Eine Zusage, dass den Geiseln nichts geschehe oder sie sofort freigelassen würden, habe er aber nicht gegeben, erklärte die Organisation mit Sitz in London.
USA schließen Befreiungsaktion nicht aus
Die USA schließen eine Militäraktion zur Befreiung der Geiseln entgegen früheren Meldungen offenbar doch nicht ganz aus. "Es muss jeder nur mögliche Druck auf die Taliban ausgeübt werden, um sie zur Freilassung dieser Geiseln zu zwingen", erklärte der für die Region zuständige Unterstaatssekretär Richard Boucher in Washington. Oberstes Ziel sei es, die Entführten frei zu bekommen - und zwar nach Möglichkeit friedlich und sicher. Welche Formen der Druck auf die Taliban konkret annehmen könnte, ließ Boucher offen. Boucher äußerte sich kurz vor dem fürs Wochenende geplanten Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzsai in Camp David.
Bemühungen um deutsche Geisel
Unterdessen laufen auch die Bemühungen um die Befreiung des entführten Deutschen Rudolf B. weiter auf Hochtouren. Der Krisenstab arbeite rund um die Uhr, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Inzwischen wurde der ermordete Kollege des 62-Jährigen, der Ingenieur Rüdiger D., beigesetzt. Er war mit zwei Schüssen hingerichtet worden. Politiker verlangten, trotz des Vorfalls an der deutschen Afghanistan-Politik festzuhalten.
Der deutsche ISAF-Stabschef in Afghanistan, General Bruno Kasdorf, erklärte unterdessen, die derzeit 40.000 ISAF-Soldaten "reichen bei weitem nicht aus, um in einem Land, was mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, Sicherheit herzustellen". Noch vor der Afghanistan-Debatte im Deutschen Bundestag im Herbst wolle das ISAF-Hauptquartier eine Untersuchung zur Strategiefrage abschließen, die auch konkrete Zahlen zu einer Truppenaufstockung beinhalte. "Was ich heute sagen kann, ist, dass wir deutlich mehr Kräfte benötigen werden, als das, was wir zurzeit hier haben", so Kasdorf. Der Bundestag entscheidet im Herbst über ein neues Mandat für die Bundeswehr-Beteiligung an ISAF sowie an der Operation Enduring Freedom und über die weiteren Einsätze mit Tornado-Abfangjägern. Die deutsche Bundeswehr beteiligt sich mit mehr als 3.000 Soldaten an ISAF. (apa)
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