Dienstag, 31. Juli 2007

UNO schickt Friedenstruppe nach Darfur:
Mit 26.000 Mann bisher größte Entsendung

  • Blauhelme werden zunächst für 12 Monate eingesetzt
  • Premierminister Brown drohte Sudan mit Sanktionen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat nach Monate langen Verhandlungen einstimmig die Entsendung einer rund 26.000 Mann starken Friedensmission in das sudanesische Krisengebiet Darfur beschlossen. Die Mission ist die bisher umfangreichste und eine der teuersten Blauhelm-Operationen der Vereinten Nationen.

Die Truppe, bestehend aus Kräften der UNO und der Afrikanischen Union (AU), soll zunächst für 12 Monate eingesetzt werden und so rasch wie möglich von der bisherigen aus rund 700 Kräften bestehende AU-Truppe die Verantwortung für den Friedensprozess in Darfur übernehmen. Die Kämpfe zwischen arabischen Milizen und afrikanischen Stämmen in Darfur haben UNO-Schätzungen zufolge mindestens 200.000 Menschenleben gekostet. Mehr als eine Viertel Million Menschen wurden vertrieben.

Brown drohte mit Sanktionen
Der britische Premierminister Gordon Brown, der nach seinem Antrittsbesuch bei US-Präsident George W. Bush am Wochenende in Washington einen Abstecher nach New York machte, hatte Sanktionen angedroht, sollte der Sudan sich nicht an die Auflagen der mehrfach überarbeiteten Resolution halten. "Wenn es zu einer Verletzung des Waffenstillstands kommt, wird es weitere Sanktionen geben", sagte Brown. Darfur sei das "größte humanitäre Desaster", das die Welt je erlebt hätte. Der Regierung des sudanesischen Präsidenten Omar al- Bashir in Khartum wird vorgeworfen, die gefürchteten Janjaweed (Dschandschawid)-Milizen finanziell und militärisch zu fördern.

Die Einstimmigkeit kam erst zustande, nachdem die Autoren in letzter Minute den Resolutionstext sprachlich entschärften. In der endgültigen Fassung ist nicht mehr explizit von anhaltenden Angriffen sudanesischer Regierungstruppen und der Janjaweed-Milizen auf Zivilpersonen und Mitarbeiter der Hilfsorganisationen die Rede. Vor allem China, das aus dem Sudan Öl bezieht, hatte auf weiteren Änderungen beharrt.

(apa/red)

31.7.2007 23:11