Montag, 30. Juli 2007

Oxfam ruft zu Hilfe auf: Vier Millionen Iraker bekommen nicht genug zu essen!

  • Tägliche Gewalt lenke von menschlicher Not ab

Im Irak droht im Schatten der täglichen Gewalt eine humanitäre Katastrophe. Acht Millionen Menschen in dem Bürgerkriegsland benötigten dringend Nahrungsmittel, Medikamente und Unterkunft, berichtete die Hilfsorganisation Oxfam in Amman. Hauptleidtragende seien die Kinder, von denen fast ein Drittel unterernährt seien. Oxfam und andere NGOs forderten bei der Vorstellung des Berichtes die irakische Regierung und Geberländer auf, den "täglichen Überlebenskampf" der Menschen im Irak mehr zu unterstützen.

Vier Millionen Menschen bekämen nicht regelmäßig etwas zu essen, kritisierte die Nicht-Regierungsorganisation Oxfam in einem 45 Seiten umfassenden Bericht. "Die Kinder sind davon am meisten betroffen", hieß es weiter in dem Bericht. Während vor dem Einmarsch der USA 2003 noch 19 Prozent der Kinder unterernährt waren, seien es heute schon 28 Prozent. Die Menschen im Irak bräuchten Nahrung, Unterkunft, Wasser, medizinische Versorgung, Bildung und Arbeit. Die Probleme würden durch massive Flüchtlingsbewegungen verschärft. Zwei Millionen Menschen seien innerhalb des Landes aus ihrer Heimat geflüchtet, mehr als zwei Millionen flohen in Nachbarländer.

Auch durch die Abwanderung von Fachleuten drohe die Versorgungsnot sich zu verschärfen. "Tausende Menschen, medizinisches Personal, Lehrer und Wasseringenieure mussten das Land verlassen", berichtete Oxfam. Im Jahr 2006 seien schätzungsweise 40 Prozent aller Führungskräfte aus dem Irak geflohen. "Wenn die grundlegendsten Bedürfnisse vernachlässigt werden, droht das Land weiter destabilisiert zu werden", warnte nun Oxfam. Bei der Erstellung des Berichts arbeitete die Organisation mit 80 internationalen NGOs und 200 irakischen Hilfsgruppen zusammen, die sich nach dem Einmarsch 2003 zu einem Koordinationskomitee zusammengeschlossen hatten.

Die syrische Regierung warf unterdessen den USA vor, sie würden zu wenig Hilfe für irakische Flüchtlinge in Syrien leisten. Gesundheitsminister Maher Hussami sagte am Montag zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Damaskus, "das Land, das den Irak besetzt und das hinter der schwierigen Situation steckt, trägt nicht dazu bei, Abhilfe zu schaffen". Von rund 2,2 Millionen irakischen Flüchtlingen halten sich 1,4 Millionen in Syrien auf, 750.000 gingen nach Jordanien.
(APA/red)

30.7.2007 17:02