Freitag, 3. August 2007

23 Verletzte bei Busunglück in Tschechien: Insassen stammen aus Spittal an der Drau!

  • Lenker wollte Pkw auweichen, Bus überschlug sich
  • 5 Schwerverletzte - Frau mit Heli abtransportiert

23 Kärntner sind bei einem Busunglück in Tschechien verletzt worden, fünf von ihnen schwer. Der Unfall ereignete sich kurz vor 11.00 Uhr etwa 20 Kilometer südlich von Krumau (Ceske Krumlov) in der Nähe von Rozmberk nad Vltavou in Südböhmen. Eine Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus von Budweis (Ceske Budejovice) gebracht. Lebensgefahr dürfte bei keinem der Unfallopfer bestehen.

Der Bus war von der Straße abgekommen und umgekippt. Er blieb nur einige Meter von der Moldau entfernt auf dem Dach liegen. Mehrere Passagiere mussten von den Feuerwehrleuten aus dem Wrack geborgen werden, teilte die Polizei in Krumau mit. Am schwersten wurde eine Frau verletzt, sie brach sich das Becken. Die anderen Passagiere kamen mit Gehirnerschütterungen, Hand- und Beinbrüchen, Brustkorb- und Rückgrat-Prellungen davon.

Die Verletzten seien vom Rettungsdienst und einem Hubschrauber in die Krankenhäuser in Krumau und Budweis gebracht worden. Nach Angaben der Polizei sind alle Verletzten in stabilem Zustand. Zehn Verletzte liegen in der Unfall-Abteilung des Krankenhauses in Budweis, die übrigen in Krumau. Die anderen Reisenden seien in ein Hotel in Krumau gebracht worden, wo sie auf einen Ersatz-Bus aus Österreich gewartet hätten. Laut ORF Kärnten handelt es sich um Reisende aus Spittal an der Drau, Klagenfurt und dem Raum Ossiacher See. Insgesamt dürften sich inklusive des Busfahrers 34 Personen an Bord befunden haben.

Wie der Chef des betroffenen Busunternehmens aus St. Ulrich am Pillersee im Tiroler Bezirk Kitzbühel, Josef Nothegger, der APA mitteilte, habe der Buschauffeur viel Berufserfahrung und sei seit 20 Jahren im Unternehmen tätig. Die Strecke sei ihm bekanntgewesen. Er stehe unter schwerem Schock. Drei der Schwerverletzten seien eingeklemmt gewesen, seinen Informationen nach aber mittlerweile außer Lebensgefahr.

Unfallursache liegt noch im Dunklen
Die Ursache des Unglücks war am Nachmittag Gegenstand von Polizeiermittlungen. Die wahrscheinlichste Version war, dass der Bus von einem Skoda überholt wurde, wobei ein anderes Auto entgegenkam. Der Buslenker fuhr an den Straßenrand, um eine Kollision zu verhindern. Mit den rechten Rädern geriet er jedoch über das Bankett. Der Bus kam von der Fahrbahn ab und kippte um, so die Polizei. Der Lenker des Skoda Oktavia habe offenbar Fahrerflucht begangen, sagte der Busunternehmer.

Die Straße war voraussichtlich bis in die Abendstunden gesperrt. Die Einsatzkräfte brachten schweres Gerät an den Unglücksort, um den Bus zu bergen. Nach Angaben der Polizei hielten sofort nach dem Unfall mehrere Pkw an, um den Verletzten zu helfen.

Die tschechischen Behörden verständigten die österreichische Botschaft in Prag und schickten einen Psychologen sowie einen Dolmetscher an den Unglücksort. Die unverletzt gebliebenen Passagiere sollten mit einem Ersatzbus nach Hause gebracht werden. Die österreichische Botschafterin in Prag, Margot Klestil-Löffler, besuchte mit dem südböhmischen Kreishauptmann, Jan Zahradnik, die Opfer in den Krankenhäusern. Zahradnik lobte die Arbeit der Rettungsmannschaften und hob hervor, dass sich die Unfallzeugen gut verhalten hätten.

Service:
Das Busunternehmen Nothegger für Angehörige eine Kontaktnummer eingerichtet. Die Telefonnummer lautet: 05353/20002.
(apa/red)

3.8.2007 17:16