Quote hat Österreicher 'gerettet': Deutsche
hatten bei Medizin-Eignungstest Nase vorne
- Weibliche Teilnehmer schnitten viel schlechter ab
- Mini-Trostpflaster: Bestes Ergebnis lieferte Wienerin
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Kinder von Akademikern
studieren viel eher

Ein ähnliches Bild wie im Vorjahr liefern die Ergebnisse des Anfang Juli in Wien und Innsbruck abgehaltenen Eignungstests für das Medizin-Studium (EMS): Erneut hat die Quotenregelung für das Medizin-Studium die österreichischen Bewerber für ein Studium an den Medizin-Universitäten Wien und Innsbruck gerettet, die beim Test wieder schlechter als die deutschen Kandidaten abgeschnitten haben. Und wieder haben sich deutlich mehr Frauen beworben, als dann tatsächlich aufgenommen wurden.
In Wien hätten nach der Anmeldeprozedur im Frühjahr 3.723 Personen zum Test antreten dürfen, tatsächlich haben sich dann 2.581 Bewerber dem EMS gestellt, um einen der 740 Studienplätze an der Medizinischen Universität Wien (MUW) zu ergattern. Davon waren zwei Drittel (66 Prozent) Österreicher und 28 Prozent Deutsche, der Rest kam aus anderen EU-Staaten bzw. Nicht-EU-Ländern.
An der Med-Uni Innsbruck hatten nach der Anmeldung 1.929 Personen die Chance, zum EMS anzutreten, 1.359 haben sie tatsächlich genutzt, um einen der insgesamt 400 Studienplätze zu erlangen. Die Deutschen waren dort mit 57 Prozent der Bewerber in der Überzahl, 41 Prozent kamen aus Österreich.
Quotenregelung hat Österreicher "gerettet"
Im Gegensatz zum Vorjahr haben die Medizin-Unis heuer nicht berechnet, wie viele der zur Verfügung stehenden Studienplätze allein auf Grund des Testergebnisses auf Österreicher entfallen wären (2006 wären es nur 46 Prozent gewesen). Dennoch habe die Quotenregelung für das Medizin-Studium (wonach an den Medizin-Unis 75 Prozent der Anfänger-Studienplätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert sind, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger) wieder die Österreicher "gerettet", wie MUW-Vizerektor für Lehre Rudolf Mallinger im Gespräch mit der APA erklärte.
Dies nicht nur allein auf Grund der Teilnehmerzahlen beim Test mit einem zum Teil deutlich über der Quote liegenden Anteil an Deutschen unter den Kandidaten. Auch bei den Ergebnissen haben die Deutschen besser abgeschnitten als die Österreicher: Während die österreichischen Bewerber einen mittleren Testwert von 98,6 Punkten erzielten, erreichten die Deutschen im Mittel einen Wert von 103,1 Punkten.
Bestes Ergebnis lieferte Wienerin
Kleines Trostpflaster: Das beste Testergebnis lieferte eine Wienerin, sechs der zehn besten Testteilnehmer stammen aus Österreich, vier aus EU-Ländern.
Weiblichen Test-Teilnehmer schnitten schlechter ab
"Signifikant schlechter" ist - wie schon im Vorjahr - das Ergebnis der weiblichen Test-Teilnehmer im Vergleich zu jenem der Männer. Das wirkt sich in einer dramatischen Verschiebung des Geschlechter-Verhältnisses aus: In Wien waren 56,6 Prozent der zum EMS Angetretenen Frauen, einen Studienplatz ergatterten allerdings nur 41,5 Prozent. Nicht ganz so schlimm ist es in Innsbruck: dort waren 56,7 Prozent der Kandidaten, die den Test absolvierten, Frauen, 48,8 Prozent erhalten einen Studienplatz.
Die MUW kann über die Ursachen dieser Geschlechterdifferenz derzeit nichts Konkretes sagen, wie es in einer Aussendung heißt. Einerseits verweist man auf die deckungsgleichen Tests in der Schweiz und Baden-Württemberg, wo sich keine signifikanten Geschlechterunterschiede gezeigt hätten. Andererseits müsse man die - nach den bereits im Vorjahr aufgetretenen geringen Frauen-Erfolgsquoten beim EMS - vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie der Bildungspsychologin Christiane Spiel abwarten, die im Herbst vorliegen soll.
Das Vorsitzteam der ÖH Medizin Wien glaubt den Grund für das schlechte Abschneiden der Frauen gefunden zu haben. Dieser sei "nicht primär im EMS sondern im österreichischen Schulsystem zu suchen".
(apa/red)
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