Mittwoch, 1. August 2007

Wohin mit 8 Mio. Influenza-Schutzmasken?
Masken beim Bundeheer zwischengelagert

  • Muss der Bund übrig gebliebene Masken aufkaufen?
  • Nur eine Million Grippe-Schutzmasken wurden gekauft

"Nix ist fix": Ende kommender Woche bzw. Anfang übernächster Woche will das österreichische Gesundheitsministerium in Gesprächen mit den Herstellern Dräger und 3M eine Lösung rund um die Zukunft jener Influenza-Schutzmasken erzielen, die nach einer Aktion im vergangenen Herbst in Sachen Pandemie-Prävention in Österreich liegen geblieben sind. Von neun Million bestellten Masken war nur eine Million verkauft worden.

"Die Verwendung von Schutzmasken (im Falle einer Influenza-Pandemie, Anm.) ist sinnvoll. Sie ist im österreichischen Pandemie-Plan enthalten. Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt das", erklärte nach einem ORF-Ö1-Morgenjournalbericht ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Aktion gefloppt
Die Aktion mit den verbilligten FFP1-Schutzmasken im vergangenen Herbst war bei der österreichischen Bevölkerung nicht gut angekommen. An sich hätte sie bereits im Frühjahr 2006 laufen sollen. Doch dann hatte man sie verschoben. Mittlerweile war der Aufmerksamkeitsgrad in Sachen Influenza-Pandemie wieder gesunken. Der Handel hatte Packungen zu 20 Stück für knapp zwölf Euro angeboten.

"Die einfachste Art des Schutzes (vor der Influenza, Anm.) ist das Tragen von Schutzmasken. (...) Wir haben jetzt eine bisher weltweit einmalige Aktion gestartet. (...) Uns ist es gelungen, 20 Stück Masken zum Preis von 11,99 Euro anzubieten. Das ist ein Fünftel des Normalpreises und eine Ersparnis zwischen 25 und 45 Euro. Wir haben rund 500.000 Packungen bzw. rund neun Millionen Masken für die Aktion. Derartige Schutzmasken sind auch geeignet, vor einer 'normalen' Grippeepidemie zu schützen", hatte die damalige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) bei einer Pressekonferenz in Wien zum Start der Aktion erklärt. Schließlich wurden die Masken beim Bundesheer zwischengelagert.

Muss Bund zahlen?
Ausgemacht war allerdings auch, dass der Bund die zum Stichtag 30. Juni 2007 übrig gebliebenen Masken aufkaufen sollte. Immerhin waren die Erzeuger ja mit den bereitgestellten 450.000 Packungen zu je 20 Stück Masken in Vorlage getreten. Eine solche Maske kann im Ernstfall rund acht Stunden getragen werden. Man nimmt an, dass sich eine Person mit 20 bis 30 solcher Masken bei einer Influenza-Pandemie schützen könnte. Einen exakten wissenschaftlichen Beweis über die Wirksamkeit als Prophylaxe gegen die Übertragung der Viren via Tröpfcheninfektion gibt es aber bisher nicht. Er ist auch schwer zu führen, da man nicht gut in einer Influenza-Welle riesige Probandengruppen bilden kann, die solche Masken tragen bzw. nicht tragen.

Insgesamt könnte die Angelegenheit laut Medienberichten einen Finanzaufwand von vier Millionen Euro bedeuten. Im Gesundheitsministerium gab es am Dienstag zu den etwaigen Kosten keine Angaben. Jetzt kommt es eben auf die Verhandlungen an. (apa)

1.8.2007 11:52