Dienstag, 31. Juli 2007

ÖVP-Konzept mit "Bildungspflicht bis 18":
5. Volksschuljahr für Schüler mit Schwächen

  • Unis sollen vom Staat pro Studienplatz Geld kriegen
  • Schmied gegen Vorschläge: "Sommerlochwahnsinn"

Die ÖVP-Perspektivengruppe Bildung hat nun ihr Gegenmodell zur von der SPÖ präferierten Gesamtschule vorgelegt. Die von der Wiener Stadträtin Katharina Cortolezis-Schlager geleitete Gruppe sieht laut "Presse" ein fünftes Volksschuljahr für Schüler mit Schwächen sowie eine "Bildungspflicht bis 18" vor. Die Tageszeitung "Österreich" berichtete, dass die Hauptschulen in "Unterstufen" umbenannt werden sollen. Der "Kurier" wiederum meldete, dass die Unis selber bestimmen können sollen, wen sie aufnehmen. Auch Aufnahmetests sollen möglich sein.

Das ÖVP-Modell sieht laut Medienberichten eine deutlich aufgewertete Hauptschule vor, die als direkte Konkurrenz zur weiter bestehenden AHS-Langform treten könne. Die "Bildungspflicht" bis 18 geht wiederum über den Koalitionspakt hinaus, der lediglich eine "Bildungsgarantie bis 18" vorsieht. Allerdings gibt es dafür eine Ausnahme: Im Fall eines früheren Lehrabschlusses und einem Arbeitsplatz endet die Bildungspflicht. Ohne Arbeitsverhältnis soll es aber laut ÖVP-Vorstellungen zurück zur Schulbank heißen. Die SPÖ würde laut "Presse" eine Bildungspflicht bis 18 befürworten.

Der "Kurier" berichtete, dass die Unis anders als bisher vom Staat pro Studienplatz Geld bekommen sollen. Und zwar zwischen 6.500 und 8.000 Euro.

"Österreich" meldete, dass ab September nur in 0,2 Prozent der ersten Klassen in Volks- und Hauptschulen mehr als 25 Kinder sitzen werden. Im vergangenen Schuljahr seien es noch 20,5 Prozent gewesen. Damit habe Bildungsministerin Claudia Schmied (S) ihr Ziel - den Richtwert 25 Schüler pro Klasse - fast überall erreicht.

SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied lehnt die jüngsten ÖVP-Vorschläge zur Bildungspolitik ab. In der "ZIB 2" des ORF sprach sie von einem "Sommderlochwahnsinn".

Schmied gegen VP-Vorschläge: Sommerlochwahnsinn
SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied lehnt die jüngsten ÖVP-Vorschläge zur Bildungspolitik ab. In der "ZIB 2" des ORF sprach sie von einem "Sommderlochwahnsinn".

Es gebe eine "ganze Fülle von divergierenden Vorschlägen der ÖVP. Die Sommerlochdebatte steigert sich in den Sommerlochwahnsinn. Ich halte nichts davon, mit Vorschläge ohne Fundierung und ohne Expertenmeinung in die Debatte einzusteigen". Konkret kritisiert Schmied "Prüfverfahren für Dreijährige" oder auch die AHS-Aufnahmsprüfung. Es werde dabei bleiben, dass das Zeugnis der vierten Volksschulklasse herangezogen werde. Die Volksschullehrer würden die Kinder über viele Jahre kennen. "Das wird die Grundlage bleiben müssen".

Auch vom ÖVP-Plan, dass sich Universitäten ihre Studenten selber aussuchen können sollen, hält Schmied nichts. "Ich nähere mich dem Thema von der anderen Seite her an. Bessere Information für die Schüler, dafür setze ich mich ein. Ich halte nichts davon, dass sich Unis die Studenten künftig herauspicken."

Zur Klassenschülerhöchstzahl von 25 sagte die Ministerin, dies sei eine Richtzahl. Auf eine Verbindlichkeit der Zahl angesprochen erklärte Schmied, man werde immer an der Richtwertthematik festhalten müssen. Eine punktgenaue Aufteilung könne man in Hauptschulen und Gymnasien nicht planen. Wichtig sei, dass AHS-reife Kinder nicht abgewiesen werden.

(apa)

31.7.2007 22:48