Seit 90er Jahren weniger Kindergarten- &
mehr Krippenplätze: 60 Mio. Neu-Investition
- Plus 80 Prozent betreute Kinder seit dem Jahr 1972
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Die Regierung will in den kommenden drei Jahren 60 Mio. Euro in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze in den Ländern investieren. Der Schwerpunkt soll dabei auf den Ausbau der Krippenplätze für unter Dreijährige liegen - wobei ein Blick in die langjährige Statistik zeigt: Seit 1972 ist die Zahl der betreuten Kinder um 80 Prozent angestiegen. Doch schon die ab 1997 ausgezahlte "Kindergartenmilliarde" hat offenbar nicht zum Ausbau der Betreuungsplätze in den Kindergärten geführt, sondern zum Ansteigen der Krippenplätze für Kleinkinder.
Genaugenommen ist die Zahl der Kindergartenplätze in den Jahren nach 1997 sogar zurückgegangen - und zwar um jährlich bis zu 1,3 Prozent. Dieser Trend hat auch nach der Jahrtausendwende angehalten, sodass die Statistik Austria im Jahr 2006/07 nur noch 195.049 Kindergartenkinder zählte. Knapp zehn Jahre zuvor waren es noch 216.163 gewesen.
Stark gestiegen ist nach Auszahlung der Kindergartenmilliarde dagegen die Zahl betreuten Kinder unter drei Jahren: Im Kindergartenjahr 1997/98 gab es 8.895 Krippenplätze, 2001 waren es bereits 11.545 und im Vorjahr wurden schon 16.551 Kleinkinder in Kinderkrippen betreut. Damit hat sich die Zahl der betreuten Kinder unter drei binnen zehn Jahren verdoppelt. Besonders stark war der Anstieg im Kindergartenjahr 2005/06, wo die Zahl der betreuten Kleinkinder um fast 20 Prozent hochschnellte.
Letzteres führt Ingrid Moritz von der Frauenabteilung der Arbeiterkammer auf die intensive öffentliche Debatte zurück - so hatten sich die EU-Länder zuletzt das Ziel gesetzt, bis 2010 eine Betreuungsquote von 33 Prozent bei den unter Dreijährigen zu erreichen. Dass die nun angekündigten Bundesmittel ausreichen werden, um dieses "Barcelona-Ziel" zu erreichen (derzeit hält Österreich bei 13 Prozent Betreuungsquote, auf das Barcelona-Ziel fehlen 48.000 Krippenplätze), glaubt Moritz zwar nicht. Aber das Geld sei ein "wichtiger Anreiz für die Länder".
Angesichts der großen Nachfrage werde es sich kein Land leisten können, die Bundesmittel nicht abzuholen, glaubt Moritz. Auch dass das Geld schwerpunktmäßig in die Kleinkindbetreuung fließen soll - drei Viertel sind für zusätzliche Krippenplätze vorgesehen -, begrüßt die AK-Expertin: Bei den normalen Kindergärten seien nämlich weniger die fehlenden Plätze das Problem, sondern die unzureichenden Öffnungszeiten - etwa in den Ferien oder zur Nachmittagsbetreuung.
Kontinuierlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren übrigens auch die Zahl der Hortplätze zur Nachmittagsbetreuung von Schulkindern - zuletzt wurden dort 46.586 Kinder gezählt, in altersgemischten Kindergärten waren es 21.368 Kinder. Insgesamt ist die Zahl der in Krippen, Kindergärten und Horten betreuten Kinder seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1972 um 80 Prozent angestiegen: Damals waren es 151.155 Kinder, im Jahr 2006/07 bereits 279.554. (APA/red)
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