Wiener Polizei forschte Suchtgiftring aus: 36 Hausdurchsungen und 34 Festnahmen!
- 88,5 kg Marihuana bei Hausuntersuchungen gefunden
- Filmreife Szenen bei spektakulärer Verhaftungsaktion
Neben den vier Hauptverdächtigen wurden weitere 30 Personen festgenommen, sagte Major Martin Roudny vom Kriminalkommissariat Wien Mitte bei einer Pressekonferenz. Insgesamt 62 Anzeigen stehen bis dato zu Buche. 88,5 Kilogramm Marihuana sowie 90 Gramm Kokain wurden bei Hausdurchsuchungen und Fahrzeugkontrollen sichergestellt. Rund 800 Kilogramm Cannabis-Produkte sollen die Haupttäter seit Mitte 2006 illegal nach Österreich eingeführt haben.
So groß sich die ausgeforschte Tätergruppe darstellt, so breit gefächert ist ihre Zusammensetzung. Während sich unter den sechs verhafteten Lkw-Fahrern vier aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie zwei aus der Türkei stammende Personen befinden, umfasst die lange Liste aller angezeigten mutmaßlichen Straftäter sowohl Ausländer als auch Österreicher aller Altersgruppen. Einzige Gemeinsamkeit: Ihnen allen wird der Handel mit Suchtgift vorgeworfen. Reine Abnehmer von Marihuana sind in der Gruppe der 62 Angezeigten nicht enthalten.
Filmreif!
Zu mitunter filmreifen Szenen kam es bei der Festnahme von Verdächtigen. So wollte ein 34-jähriger Österreicher mit einem Fenstersprung aus dem ersten Stock eines Wohnhauses in Wien-Liesing vor den Beamten flüchten. Sein Pech, dass deren Kollegen auch im Innenhof des Gebäudes postiert waren, wo schließlich die Handschellen klickten. Einem der vier Hauptverdächtigen wäre die Flucht beinahe gelungen. Nachdem er offensichtlich befürchtete, dass ihm die österreichische Exekutive auf den Fersen war, plante er, sich nach Italien abzusetzen. Dort hatte er schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Nur eine Stunde vor Abfahrt des Zuges, der ihn in die vermeintliche Sicherheit bringen sollte, wurde er in Linz gefasst und wanderte ebenfalls hinter Gitter.
Als "Draufgabe" zu den Anzeigen und Festnahmen im Drogenmilieu wurden im Zuge der gleichen Ermittlungen sechs Einbruchdiebstähle mit einer Gesamtschadenssumme von rund 75.000 Euro aufgeklärt. Durch den Vergleich von DNA-Profilen sowie das Auffinden von verdächtigen Gegenständen bei Hausdurchsuchungen wurden auch mutmaßliche Einbrecher entlarvt, sich im Zusammenhang mit den Drogendelikten letztendlich als unschuldig herausstellten.(apa)
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