Flucht aus der Feuerhölle in Süditalien: Geschockte Österreicher in Heimat gelandet
- Urlauber erschöpft und geschockt, aber unverletzt
- BILDER: Verheerende Brände im Ferienparadies

Nach den verheerenden Waldbränden in Süditalien sind 110 Urlauber mit Bussen nach Tirol transportiert worden. Sie trafen erschöpft und erleichtert zugleich in Innsbruck ein. Das Flammeninferno überstanden die Touristen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz unverletzt. Die meisten verloren aber ihre Habseligkeiten.
Die Urlauber hatten die Heimreise aus Apulien mit drei italienischen Reisebussen angetreten. Mit einiger Verspätung kamen die ersten beiden Busse bei der Zentrale des ÖAMTC Tirol an. Straßensperren und Chaos in den von den Bränden heimgesuchten Regionen verzögerten die Rückfahrt.
Empfangen wurden die Touristen von zahlreichen in- und ausländischen Medienvertretern. Vereinzelt waren auch Angehörige erschienen, die angespannt auf die Heimkehrer gewartet hatten. Mit Tränen fielen sich Familien in die Arme. Nach den dramatischen Ereignissen und der stundenlangen Fahrt wirkten die Urlauber mitgenommen. Sie hatten nur Säcke bzw. kleine Taschen bei sich. Darin befand sich alles, was sie noch in letzter Sekunde retten konnten - Dokumente oder auch verkohlte Autokennzeichen, um den Schaden bei der Versicherung geltend zu machen. Zum Teil mussten sie in Italien sogar mit Kleidungsstücken und dem Nötigsten versorgt werden. Untergebracht wurden sie unter anderem in Schulen und Hotels.
"Ich hatte Todesangst"
"Wir sind glücklich, dass wir nur alles verloren, aber dafür unser Leben gerettet haben", meinte ein 63-jähriger Niederösterreicher zur APA. Vier Stunden waren er und seine Frau auf der Flucht vor dem Feuer. Nur Ausweise konnte das Ehepaar in Sicherheit bringen. "Es hatte über 45 Grad, die Funken sind geflogen, man hat fast nichts gesehen", erzählten drei Kinder aus Hessen im Alter von zwölf, 14 und 15 Jahren. Mit Handtüchern hatten sie sich vor dem Rauch geschützt. "Ich hatte Todesangst", sagte eine Innsbrucker Mutter, "ich dachte nur, so schnell wie möglich abhauen". Auch sie konnte nur noch wenige Sachen in ihren Rucksack packen.
Die zurückgeholten Urlauber hatten sich vor allem auf Campingplätzen in der Gegend um den Badeort Peschici aufgehalten. Es handelt sich laut der Autofahrerorganisation um 28 Tiroler, neun Steirer, acht Oberösterreicher, sechs Niederösterreicher, zwei Vorarlberger, 49 Deutsche und acht Schweizer - darunter auch etwa 20 Kinder.
Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurden sie verpflegt und über den Weitertransport informiert. Eine derartige Rückholaktion war für den ÖAMTC eine Premiere. "In diesem Umfang haben wir so etwas noch nicht durchgeführt", hieß es. Die betroffenen Deutschen erhielten vor der Fahrt nach Hause von der zuständigen Botschaft bei Bedarf interimistische Ausweise und Geld.
(apa/red)
