Schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten: Enorme Schäden durch Feuer in Italien!
- Wurden Rettungsmaßnahmen zu spät gestartet?
- BILDER: Verheerende Brände im Ferienparadies

In Italien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten. Mindestens zwei Menschen starben bereits in den Flammen. In verschiedenenen Teilen Italiens kommen erste Schuldzuweisungen wegen verspäteter Rettungsmaßnahmen auf.
Tausende Touristen flüchteten aus dem Urlaubsparadies Gargano an der apulischen Adria-Küste. Zu ihnen zählen auch 85 bis 90 Österreicher, die von den Campingplätzen der Gegend evakuiert und in der näheren Umgebung untergebracht wurden. Nur noch drei Österreicher befinden sich in der Region.
Bangen um Tourismussaison
Ganz Apulien bangt unterdessen um die Tourismussaison. Mehrere Hotels und Campingplätzen sind abgebrannt. Die Behörden vermuten die Mafia hinter der Brandserie. "Jemand will uns zwingen, unsere Campingplätze und Hotels zu verkaufen, damit die Mafia sie übernehmen kann", sagte der Präsident der Region Apulien, Niki Vendola.
Die Brandserie trifft auch Kalabrien hart. Im Visier der Brandstifter steht offensichtlich der Nationalpark Pollino im Inneren der bergigen Region. 2.000 Hektar Pinienwälder brannten dort.
Die mittelitalienische Region Abruzzen will den Notstand ausrufen. Die Regierung müsse alle denkbaren Maßnahmen ergreifen, um die Brandserie zu stoppen. Der Konsumentenschutzverband Codacons versprach für Fotografien von Brandstiftern am Werk ein Kopfgeld von 2.000 Euro.
Unterdessen tauchen Schuldzuweisungen wegen angeblich verspäteter Rettungsmaßnahmen in verschiedenen Teilen Italiens auf. Der Chef der italienischen Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso, beschuldigte Regionen und Gemeinden, ihre Pflichten nicht erfüllt und die Feuerwehrmannschaften zu spät aktiviert zu haben. Die Lokalbehörden wiesen die Vorwürfe entschieden zurück.
Kopfgeld auf Brandstifter
Italien plant jetzt eine Offensive gegen Pyromanen. Ein Kopfgeld von 2.000 Euro versprach der Konsumentenschutzverband Codacons für Fotografien von Brandstiftern am Werk. "Wir werden all jene belohnen, die uns konkrete Hilfe bei der Bekämpfung der Plage der Brände leisten", sagte ein Codacons- Sprecher. Obwohl für das Vergehen Waldbrandstiftung vier bis zehn Jahre Haft vorgesehen sind, sind die Feuer eine jährliche Sommerplage in Italien. Laut einem seit 2000 geltenden Gesetz darf 15 Jahre lang nicht mehr auf Gebieten gebaut werden, auf denen es gebrannt hat. Doch um Brandstifter zu bestrafen, müssen sie auf frischer Tat ertappt werden, was in den seltensten Fällen geschieht.
Milliardenschäden für Landwirtschaft
Der Landwirtschaftsverband CIA warnte, dass die Brandserie Italien Schäden im Wert von einer Milliarde Euro zugefügt habe. Über 5.000 Hektar Felder und Weideland seien zerstört worden.
Hinter den Feuern steckt ein großes Geschäft. Für die Löscharbeiten werden vor allem in den süditalienischen Regionen Hunderte von Förstern angestellt. 8.000 Förster sind in ganz Italien im Einsatz. Die Wiederaufforstung großer Gebiete kostet 2.000 Euro pro Hektar. Allein im vergangenen Jahr hat die italienische Regierung 32 Millionen Euro dafür ausgegeben.
Urlauberflucht von kroatischer Insel
Wegen eines unkontrollierten Brandes sind in Kroatien hunderte Touristen von der Ferieninsel Solta gebracht worden. Der Waldbrand sei außer Kontrolle geraten, berichtete die Nachrichtenagentur HNA. Etwa 140 Touristen und Einheimische mussten deshalb mit Booten von der Insel gebracht werden. Sie wurden den Angaben zufolge nach Split geführt. Mehr als 300 Feuerwehrleute kämpften derweil weiter gegen die Flammen. Entlang der kroatischen Adriaküste wüten derzeit mehrere Feuer. Die meisten von ihnen brachen während der Hitzeperiode der vergangenen Tage aus. Dabei waren in Kroatien immer wieder Temperaturen über 40 Grad Celsius gemessen worden.
Brände an Frankreichs Mittelmeerküste
An der französischen Mittelmeerküste rückten die Feuerwehren aus, um aufflammende Brände zu bekämpfen. Auf einem Militärgelände zerstörten Feuer ein Waldgebiet von rund 400 Hektar.
46 Grad in Griechenland
In Griechenland sind ebenfalls die Krankenhäuser voll. Bei Temperaturen um die 46 Grad vor allem im Süden des Landes und um Athen kamen mindestens zwei Menschen ums Leben.
Tote in Rumänien
In Rumänien starben mindestens drei weitere Menschen bei Rekord-Temperaturen von 44 Grad. Am selben Tag fielen landesweit mehr als 1.000 Menschen ohnmächtig auf der Straße um, teilte der rumänische Gesundheitsminister mit.
(apa)
