Freitag, 27. Juli 2007

"Gute Luftgeschäfte" mit neuem Terminal:
Händler ringen um Läden am "Skylink"

  • Gute Lage: Spitzenumsätze für Flughafen-Shops
  • Kernstück: Airport-Zubau kostet rund 450 Mio. Euro

Sechzig Luxushändler und Markenartikler rittern um die Läden am neuen Flughafenterminal Skylink. Am Airport sind bessere Umsätze zu machen als in den besten Einkaufslagen der Städte. Die Analyse verursachte vergangene Woche einen derartigen Kurssprung nach oben, dass die Aktie des Flughafens Wien (VIE) kurzfristig vom Handel ausgesetzt werden musste: Die US-Investmentbank Lehman Brothers legte eine Studie mit dem Titel "European Airports" vor, in der sie den VIE vor dem Frankfurter Flughafen Fraport als interessantestes Investment seiner Branche reihte.

Dieser insgesamt rund 450 Millionen Euro teure sichelförmige Zubau ist das Kernstück der laufenden Erweiterung, mit dem der Wiener Airport auf die sprunghafte Entwicklung der Passagierzahlen reagiert. 2006 waren es noch 16,9 Millionen Reisende, heuer werden es 17,7 Millionen sein, 2015 schon 26,7 Millionen.

Heiß begehrt!
Erst 2009 soll der Skylink mit eigener Schengen-, Non-Schengen- und Ankunftsebene fertig gestellt werden. Doch schon jetzt sorgt er in der heimischen Handelswelt für jede Menge Begehrlichkeiten: Luxushändler und Markenartikler liefern sich eine Bieterschlacht um die begehrten Läden am neuen Terminal.

Neue Airport-Einkaufswelt
Für Flughafenchef Herbert Kaufmann und den für Handel, Gastronomie und Immobilien zuständigen VIE-Vorstand Christian Domany kommt der Ansturm auf den Skylink gerade recht. Denn die sogenannten Non-Aviation-Umsätze (Handel, Gastronomie, Parkplätze) gewinnen für Flughafenbetreiber zunehmend an Bedeutung. Die geplante neue Einkaufswelt am Flughafen hat dabei herkömmlichen Handelsimmobilien schon wegen ihrer Lage einiges voraus. Flugreisende gehören mehrheitlich den zahlungskräftigeren Kundenschichten an. Die Hemmschwellen beim Betreten auch hochpreisiger Luxusläden sind zudem viel geringer als etwa in der SCS oder in Innenstädten. Ein anderer Zeitvertreib als Einkaufen oder das Frequentieren der Gastronomie bleibt den Passagieren gar nicht.

Händler in den Startlöchern
Kein Wunder, dass Dutzende Handelsunternehmer seit Monaten in den Startlöchern scharren und Domany und seine Abteilung mit Anfragen bombardieren. Domany hat jetzt die Beratungsfirma A.T. Kearney mit der Abwicklung eines Tender-Verfahrens zur Vergabe von 52 Geschäftslokalen beauftragt. Insgesamt umfassen diese 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Handelswelt am Flughafen wird danach insgesamt 20.000 Quadratmeter umfassen. Derzeit sind es 13.000 Quadratmeter, von denen 3.000 im Gegenzug zum Neubau aufgelassen werden. "Wir stellen österreichische Produkte, auf die das Land stolz ist, in den Vordergrund. Dazu kommen bekannte internationale Marken, ohne die es auf Flughäfen nicht geht", umreißt Domany sein Konzept.

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27.7.2007 13:41