Freitag, 27. Juli 2007

Martin Moser und seine Löss-Edeltropfen

  • Die Rohrendorfer Weine im networld-Test
  • Sauvignon blanc, Grüner Veltliner und Riesling

Hinter dem beschaulichen Ort Rohrendorf ragen eindrucksvolle Löss-Formationen auf. Die Lössauflage beträgt an manchen Stellen 10 Meter und mehr. Dieser Boden ist nährstoffarm und kalkreich, wodurch die Rebstöcke extrem tief wurzeln und den Trauben einen unverwechselbaren, weichen und zart mineralischen Charakter verleihen.

Martin Moser ist ein Spross der traditionsreichen gleichnamigen Winzerfamilie und führt das Weingut Hermann Moser mit viel Umsicht und Fingerspitzengefühl. Die Weingärten liegen in den besten Lagen der Rohrendorfer Lössterrassen, so zum Beispiel Gebling und Wolfsgraben.

Riesling Gebling 2005
Durch die hohen Lösswände der Top-Lage Gebling ergibt sich ein sehr warmes Mikroklima, das für reifes und gesundes Traubenmaterial mitverantwortlich ist. Die Riede wurde 1284 (!) erstmals urkundklich erwähnt und bringt seit Jahrhunderten Spitzenweine hervor. Der Riesling Gebling 2005 profitierte in besonderer Weise davon: ein wahrlich großer Wein mit sortentypischem Duft nach weißem Pfirsich und Quitte. Sehr elegante und doch druckvolle Textur, am Gaumen ein gewinnendes Säurespiel und im Nachhall animierende Mineralik.

Riesling Kellerterrassen 2006
Etwas leichtfüßiger kommt daneben der jüngere Riesling Kellerterrassen daher. Die sorten- und gebietstypischen Aromen treten bei diesem Wein schön hervor. In der Nase Steinobstnoten und grüne Banane, am Gaumen saftiges und mineralisches Fruchtspiel, feingliedrige Säure, feine Viskosität und Cremigkeit. Dieser Wein ist unkompliziert und geradlinig und an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse genossen viel kurzweiliger als das Hauptabendprogramm.

Grüner Veltliner Gebling 2006
Die Leitsorte der Region fühlt sich auch am Gebling sehr wohl, der 2006er wirbt mit süßen, exotischen Fruchtaromen um Zuneigung. Den Gaumen umschmeichelt er weich und schmelzig, was durch zarte Fruchtsüße noch unwiderstehlicher wird. Am Gaumen mild mit erfrischenden Nuancen von Zuckermelone.

Grüner Veltliner Fortissimo 2006
Wer Löss-Typizität erschmecken möchte, der sollte diesen Wein probieren: Die Nase wird durch ein intensives Aromenspektrum nach Heublumen, blühenden Klee und Honigmelone verwöhnt. Dem Gaumen nähert sich der Wein mild und harmonisch, um dann seine volle Stärke auszuspielen. Fortissimo ist kein Lippenbekenntnis sondern Programm! Exotische Fruchtnoten wie Litschi und Banane machen den Wein zu einem tagträumerischen Karibik-Urlaub für Weinfreunde.

Sauvignon blanc 2006
Dieser Wein holt den Genießer vom vielzitierten Ort der Bawag-Spekulationsgeschäfte zurück nach Österreich in die hügelige Landschaft der Südsteiermark. Nein, der Wein kommt ebenfalls aus Rohrendorf, aber die Stilistik vermählt die steirischen Tugenden vorzüglich: Verführerischer Duft nach Hollerblüten, Stachlbeere und Paprika. Am Gaumen würzig und mit etwas mehr Schmelz und Tiefe als der klassische Steirer. Eine Spezialität von Martin Moser, für die viele Weinfreaks weite Wege zurücklegen... (red)

www.moser-hermann.at

27.7.2007 12:45