Dienstag, 31. Juli 2007

Klima: Österreich wird Italien

Klimawandel & Hitzewelle: Österreich wird immer heißer: Spitzenwerte von 40 und mehr Grad werden nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein.
Leben wie im Süden: Siesta im Park, Olivenbäume am Balkon und Cabrioboom – immer mehr Österreicher passen sich deshalb dem mediterranen Lebensstil an.

Vergangener Freitag, 12 Uhr mittags in Wien: Meteorologen messen den heißesten Tag des Jahres, 39 Grad zeigt die Temperaturanzeige im Schatten. Wer kann, flüchtet ins Schwimmbad – oder fährt auf Urlaub. Maria S. hingegen hat sich italienisches Urlaubsfeeling nachhause geholt und mitten in Wien ein ehemaliges Fuhrwerkshaus zu einem toskanischen Paradies mit hölzernen Rundbögen, Oleandern und Palmen umbauen lassen. Ihre Entspannungsoase aber ist der 150 Quadratmeter große Schwimmteich: „Wenn ich von der Arbeit heimkomme, springe ich sofort ins erfrischende Wasser. Und: Der heurige Sommer ist so schön, dass ich gar nicht auf Urlaub zu fahren brauche.“

Auch wenn die Hitzeperiode der vergangenen Woche mit Spitzenwerten von knapp 40 Grad Celsius ein vorläufiges Ende gefunden zu haben scheint, ist nicht zu leugnen, dass sich auch hierzulande das Klima wandelt – und die Sommer mit all ihren Begleiterscheinungen immer mediterraner werden: Zwischen Wien und Bregenz hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur seit 1850 um 1,8 Grad Celsius erhöht – Tendenz steigend. Die Folgen: heißere Sommer sowie neue Tier- und Pflanzenarten, die aus dem Süden nach Österreich gelangen und hier heimisch werden.

Austria goes Italy. Eine Tatsache, die freilich die wenigsten Österreicher stören dürfte, belegen zahlreiche Studien doch die große Liebe zum südlichen Nachbarn. So belegt eine Fessel-GfK-Umfrage, dass noch nie so viele Österreicher nach Italien reisten wie derzeit. Fragt man Herrn und Frau Österreicher, wo sie in Europa gerne einen zehntägigen Urlaub verbringen würden, nennt knapp ein Viertel der Befragten (24 %) einhellig ein Land: Italien. Klima, Sonne und Strände sind für 67 Prozent der Hauptgrund, warum sie ihre Ferien gerne in „Bella Italia“ verbringen, gefolgt von Landschaft und Natur (35 %), den „netten und freundlichen Menschen“ (32 %) und der Gastronomie (30 %). Bereits 21 Prozent geben an, dass sie in Italien eine Immobilie ihr Eigen nennen oder Bekannte dort haben.

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31.7.2007 16:29