Muskelmann, Action-Held und Polit-Star: Arnold Schwarzenegger feiert seinen 60er
- Strebt 'Gouvernator' nach höheren politischen Zielen?
- Bruch zwischen "Arnie" und Österreich kam 2005

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Arnold Schwarzenegger setzt auf grüne Politik
Nach dem "Rambo"-Helden Sylvester Stallone erwischt es nun den "Terminator": Arnold Schwarzenegger feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der derzeit wohl weltweit bekannteste österreichische Auswanderer macht allerdings schon seit Jahren nicht mehr wegen seiner auf der Leinwand dargestellten Action-Helden, sondern wegen seiner Polit-Karriere Schlagzeilen. Zwei Mal - 2003 und 2006 - wurde der Austroamerikaner mit breitem steirisch-amerikanischem Akzent im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien zum Gouverneur gewählt. Die Gerüchte, dass er noch höhere politische Ziele habe und es ihn nach Washington ziehe, wollen nicht verstummen.
Im Herbst 2004 rührte Schwarzenegger mit Auftritten bei der republikanischen Convention in New York und bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio kräftig die Werbetrommel für die Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush. Ob Schwarzenegger je selber eine Präsidentschaftskandidatur wagen wird, hängt zunächst an der US-Verfassung, wonach ein amerikanischer Präsident in den USA geboren sein muss. Solange diese Bestimmung nicht fällt - und für eine Verfassungsreform in den USA gibt es hohe Hürden -, bleibt Arnie der Weg ganz an die Spitze verwehrt.
Zielstrebigkeit und Ehrgeiz haben den Weg Schwarzeneggers von der Steiermark nach Hollywood und weiter nach Sacramento ausgezeichnet. Der am 30. Juli 1947 in Thal bei Graz geborene Arnold Alois stammt aus einfachen Verhältnissen, hatte aber offenbar schon früh den Wunsch nach Größe. Er begann bereits so früh und so intensiv mit dem Bodybuilding, dass sein Vater Gustav, ein Gendarmeriepostenkommandant, ihm den Besuch des Fitnesscenters auf drei Mal pro Woche einschränkte. Trotzdem errang er 1965 schon den Titel bei den Junior-Gewichthebermeisterschaften, 1966 wurde er "Mr. Europe" und 1967 gewann er die Amateur-Meisterschaften für "Mr. Universe". Bereits mit 21 Jahren, 1968, wagte der Steirer den Sprung nach Amerika, wo er im selben Jahr bei seiner ersten amerikanischen "Mr. Universe"-Meisterschaft den zweiten Platz belegte.
Die Muskeln wurden immer größer, die Liste der Auszeichnungen immer beeindruckender: 1970 gewann Arnie zum ersten Mal den Titel "Mr. Olympia", sechs weitere Male wurde er später wieder Muskel-Olympionike. Im gleichen Jahr gab der prämierte Bodybuilder auch sein Filmdebüt - mit dem Film "Hercules" wurde der damals 23-Jährige zwar nicht berühmt, legte aber den Grundstein für eine lange Karriere. In seinen ersten Filmen spielte Arnold sich selber, nämlich einen Bodybuilder. Die Rollen in "Stay Hungry" und "Pumping Iron" waren auf den Muskelmann zugeschnitten. Der Körperkult brachte Arnie 1977 sogar in das Cosmopolitan Magazin - nackt. Im selben Jahr lernte er laut offizieller Biografie Maria Shriver aus dem Kennedy-Clan kennen und lieben. Im Folgenden ging es mit Arnies Karriere steil bergauf: Die Filme "Conan der Barbar" (1980) und "Terminator" (1984) wurden Welterfolge. Nach "Collateral Damage" (2002) setzt er mit "Terminator 3" seit Anfang Juli wieder zum Run auf die Kinokassen an.
Ebenso zielstrebig wie seinen Muskelaufbau und seine Filmkarriere verwirklichte Schwarzenegger seine Version des "American Dream": 1983 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1986 heiratete er Maria Shriver, Nichte des ermordeten demokratischen US-Präsidenten John F. Kennedy. Inzwischen ist die Familie um vier Kinder (Katherine, Christina, Patrick und Christopher) angewachsen. Maria stammt aus dem traditionell demokratischen Kennedy-Clan. Schwarzenegger hat seine republikanische Überzeugung nach eigenen Angaben aus der Erfahrung mit den Sozialisten in Österreich gewonnen - obwohl er dem Land bald nach seiner Bundesheer-Zeit den Rücken kehrte und mit den österreichischen politischen Verhältnissen wenig Bekanntschaft gemacht haben kann.
Die Beziehung Schwarzeneggers zu seiner Heimat war lange lose, aber freundschaftlich. Er hatte früher öfter seine 1998 verstorbene Mutter Aurelia besucht, leistete Schützenhilfe für den ehemaligen steirischen Landeshauptmann Josef Krainer und erhielt 1999 vom Grazer Bürgermeister Alfred Stingl den Ehrenring der Stadt verliehen. Bei der Nationalratswahl 2002 warb er im Personenkomitee für Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Beim Begräbnis von Bundespräsident Thomas Klestil im Juli 2004 vertrat Schwarzenegger auf Wunsch des Weißen Hauses die USA. Er hatte Klestil noch aus dessen Zeit als österreichischer Generalkonsul in Los Angeles (1969 bis 1974) gekannt. Der gebürtige Steirer wurde in Wien wie ein Staatschef hofiert. "Für mich ist es immer sehr schön, in mein Heimatland zurückzukommen", betonte Schwarzenegger damals bei seiner Rückkehr in die USA.
Bruch zwischen "Arnie" und Österreich
Das Grazer Stadion war nach ihm benannt - bis es wegen der Todesstrafe zu einem Bruch zwischen "Arnie" und Österreich kam. Als Schwarzenegger die Hinrichtung des verurteilten Mörders Stanley Williams nicht verhinderte und dessen Begnadigungsgesuch ablehnte, kam es in Österreich zu Kritik am Gouverneur mit Doppelstaatsbürgerschaft. Im Dezember 2005 entzog Schwarzenegger der Stadt Graz kurzerhand das Recht auf Namensverwendung und gab den Ehrenring der Stadt zurück. Das Stadion wurde daraufhin umbenannt. Im Juni 2007 fand sich der gebürtige Steirer mit Tochter Katherine zu einem kurzen inoffiziellen Besuch in seinem Heimat-Bundesland ein, wo er mit seinem langjährigen väterlichen Freund Alfred Gerstl dessen 84. Geburtstag feierte. Leichtes Heimweh schwang vor einigen Tagen bei einem öffentlichen Auftritt des Gouverneurs in Kalifornien auf Twitchell Island mit: "Ich liebe diesen Wind. Das erinnert mich an Österreich", seufzte Schwarzenegger.
(apa/red)

