Dienstag, 24. Juli 2007

Risiko Atomkraftwerk: Studie kann erhöhte Leukämierate bei Reaktoren nicht erklären

  • Kein Beleg, dass Meiler selbst die Ursache dafür sind
  • "Vorsicht bei der Interpretation dieser Ergebnisse"

Eine Analyse hat eine rechnerisch erhöhte Blutkrebsrate bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken festgestellt, liefert aber keinen Beleg dafür, dass die Meiler selbst die Ursache sind. Im Fachblatt "European Journal of Cancer Care" (Bd. 16, S. 355) präsentieren Peter Baker von der Medizinischen Universität von South Carolina in Gulph Mills und Kollegen ihre mathematische Auswertung von 17 Studien aus sieben Ländern. Bei Kindern bis zu neun Jahren ist die Leukämie-Rate demnach in der Nähe von Kernkraftwerken um 14 bis 21 Prozent erhöht.

"Vorsicht ist bei der Interpretation dieser Ergebnisse geboten", betonen die Forscher allerdings in ihrer Veröffentlichung. "Die Meta- Analyse konnte eine Erhöhung der Kinder-Leukämie in der Nähe von Nuklearanlagen zeigen, stützt jedoch keine Hypothese zur Erklärung dieses Überschusses." Speziell hätten Studien, die die Reaktion des Organismus auf verschieden hohe Strahlenbelastungen untersuchten, keine erhöhten Raten nahe Nuklearanlagen gezeigt. "Es ist auch möglich, dass Umweltfragen involviert sind, die wir noch nicht verstehen."

Ein statistisches Problem könne in der meist kleinen Zahl der Betroffenen liegen, erläuterte Baker. "Leukämie im Kindesalter ist ein seltenes Leiden." Zudem stünden Nuklearanlagen gewöhnlich in dünn besiedelten Gegenden.

(apa)

24.7.2007 10:50