Johann Zwettler droht Betrugsanklage:
Ex-BAWAG-Chef steht vor neuem Ungemach
- Bonuszahlung an damaligen Bankvorstand wird geprüft

Dem früheren BAWAG-Chef Johann Zwettler droht wegen einer Bonus-Zahlung der BAWAG eine Betrugsanklage. Der Sachverhalt sei bereits Gegenstand behördlicher Prüfung, eine Entscheidung über eine Erweiterung der Anklage werde "demnächst" fallen.
Die Justiz prüft, ob Zwettler wegen eines Bonus von rund 140.000 Euro, den er für das Jahr 2000 kassiert habe, schwerer Betrug vorgeworfen werden könne. Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner ist wegen seiner Bonus-Zahlung aus diesem Jahr bereits wegen schweren Betrugs angeklagt. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.
Im Jahr 2000 hatte die BAWAG die P.S.K. erworben. Ende 2000 wurde dem Vorstand allerdings der Milliarden-Verlust aus den Karibik-Deals offenbar. Elsner hatte sich 8 Mio. Schilling Bonus (581.000 Euro) auszahlen lassen. In der Anklage wird der Weg dorthin so beschrieben: Elsner sei im Oktober 2000 an Aufsichtsratspräsident Günter Weninger (dieser wusste damals angeblich noch nichts von den Verlusten) herangetreten, weil er eine Gehaltserhöhung und außerordentliches Bilanzgeld wünschte. Zusätzlich forderte er weitere 2 Mio. Schilling (145.000 Euro) für den damaligen BAWAG-Vorstand Zwettler. Auch diese Summe wurde Elsner im Dezember 2000 ausbezahlt.
Sollte Zwettler schuldig gesprochen werden, würde das am Strafrahmen nichts ändern, aber möglicherweise an der Strafhöhe, schreibt der "Standard": Wer wegen mehrerer Delikte verurteilt wird, fasst höhere Strafen aus. Derzeit wird Zwettler in der Anklage Untreue und Bilanzfälschung vorgeworfen.
(apa/red)
