Dienstag, 24. Juli 2007

AUA klagt OMV wegen zu teurem Flugbenzin: Missbraucht Ölkonzern Basispreis?

  • Basisberechnung auf Rotterdamer Notierung "fiktiv"

Der Konflikt zwischen Austrian Airlines (AUA) und OMV ist um eine weiteres Gerichtsverfahren reicher: Die AUA hat Klage beim Kartellgericht gegen die OMV eingereicht. Die heimische Fluglinie wirft der OMV vor, Missbrauch beim Basispreis zu betreiben. AUA-Chef Ötsch spricht von jährlich dreistelligen Millionenbeträgen, die die AUA zu viel bezahlt.

"Wir klagen die Höhe der Treibstoffpreise ein", erklärte Ötsch bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse. Die AUA kritisiert, dass der österreichische Mineralölkonzern die Rotterdamer Rohstoffnotierungen zur Preisberechnung verwendet. Diese Zugrundelegung für die Kalkulation sei "unkorrekt", weil sie Höchstpreise darstelle, so Ötsch. Bei der Preisfestsetzung sei die "marktbeherrschende Rolle" der OMV zusätzlich "problematisch".

Der jetzt eingeleitete Prozess sei zustande gekommen, weil OMV- Chef Wolfgang Ruttenstorfer "keine Bereitschaft zu einem Vergleichsgespräch" gezeigt habe.

Auch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat der OMV eine "marktbeherrschende Stellung" bescheinigt und am 12. Juni 2007 einen Antrag wegen "missbräuchlichen Verhaltens" der OMV am Kerosin-Markt - am Flughafen Wien - gestellt, der auch die Verhängung von Bußgeldern vorsieht. Bei der BWB geht es um das überhöhte Differential, d.h. um zu hohe Logistikkosten und Marge. Dadurch würden der AUA jährlich Mehrkosten von 7 bis 10 Mio. Euro entstehen, erklärte Ötsch. In den Jahren 2002 bis 2006 errechnete die BWB einen Schaden von 36 Mio. Euro.

Die AUA hingegen stellt die gesamte Basisberechnung in Frage. Sie sei eine "fiktive Größe", betonte der AUA-Chef. Die OMV erklärte, es sei "branchenübliches Verhalten".

(apa/red)

24.7.2007 20:59