Donnerstag, 26. Juli 2007

Pappelstadion kein guter Boden für Rapid: Matterburger Offensivfußball wurde belohnt!

  • "Freuen uns, dass wir großen Bruder ärgern durften"
  • Lob: "Was Jancker geleistet hat, war übermenschlich"

Für den SK Rapid hängen die Trauben in Mattersburg weiterhin zu hoch. Während die Hausherren nach einem verdienten 3:2-Heimsieg die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernahmen, verpassten die Hütteldorfer selbige nach dem achten erfolglosen Auftritt im neunten Spiel seit dem Aufstieg der Burgenländer in die höchste Spielklasse.

"Es war wie ein Spiel des kleinen gegen den großen Bruder. Ich freue mich, dass wir den großen etwas ärgern durften", meinte ein mehr als zufriedener Mattersburg-Trainer Franz Lederer nach einer rassigen Partie zwischen zwei "Grün-Weißen" vor 15.500 Zuschauern im Pappelstadion. "Wir haben vor einer sensationellen Kulisse von der ersten bis zur letzten Minute Offensivfußball geboten", freute sich der Coach.

Der Dritte der Vorsaison bleibt mit zwei Siegen und einem Remis in der Liga ungeschlagen, einzig beim UEFA-Cup-Auftritt in Kasachstan setzte es eine Niederlage (0:1). "Ich gebe nichts auf Serien. Es war auch heute wieder ein hartes Stück Arbeit", wiegelte Lederer ab.

Extralob für Jancker
Extralob gab es für Ex-Rapidler Carsten Jancker, für den sein erster Auftritt gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber nach elf Jahren offenbar eine zusätzliche Motivation bedeutete. "Was Jancker geleistet hat, war übermenschlich. Er wird körperlich immer fitter, ihm hat auch die Spielpraxis gefehlt", erklärte Lederer über seinen Sturmtank, der gemeinsam mit Thomas Wagner Rapids neuformierte Abwehr vor große Probleme stellte. "Wenn er fit ist, ist Carsten eine absolute Bereicherung", meinte auch Kapitän Didi Kühbauer, der die Tabellensituation nicht überbewerten, und "die Kirche im Dorf" lassen wollte.

Rapid hadert mit Dreierkette
Auf Seiten der Wiener wiegelte Trainer Peter Pacult Zweifel an der Neuformierung seiner Abwehr, mit den drei Innenverteidigern Martin Hiden, Mario Tokic und Jürgen Patocka auf einer Linie, ab. "Wenn man Zweikämpfe nicht annimmt, dann ist es egal, ob ich mit einer Einser-, Zweier- oder Dreierkette spiele", meinte der Wiener, der bei allen Gegentreffern individuelle Fehler seines Teams ortete. Dass Rapid anfällig auf Tore ist, bereitete Pacult Sorgen: "Wir müssen natürlich aufpassen, nicht in jedem Spiel ein Tor zu kassieren."

Regisseur Steffen Hofmann, der nach zuletzt fünf Toren in vier Spielen in Mattersburg leer ausging, analysierte trocken: "Wir sind einfach schlecht ins Spiel gestartet, haben dann eigentlich zweimal zurückgefunden. Das dritte Tor darf nicht passieren, nachdem wir zuvor selbst eine Chance auf das 3:2 (durch Katzer, Anm.) vergeben haben." Die "Englischen Wochen" mit Spielen in Bundesliga und UI-Cup wollte der Bayer, der im Mittelfeld zentral zum Zug kam, nicht als Ausrede benutzen. (apa/red)

26.7.2007 18:08