"Hässlicher Moment für unseren Sport": Ferrari sieht nach FIA-Spionage-Urteil "rot"
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Wer ist für sie der Favorit auf den Weltmeistertitel?
Wut bei Ferrari - Erleichterung bei McLaren- Mercedes: Die Nicht-Sanktionierung der "Silberpfeile" in der Spionage -Affäre hat für eisige Stimmung zwischen den beiden Erzrivalen der Formel 1 gesorgt und den WM-Kampf zusätzlich angeheizt. "Das ist ein hässlicher Moment für unseren Sport", schimpfte Ferrari-Pilot Felipe Massa.
Teamchef Jean Todt sprach von einer "unbegreiflichen Entscheidung" und die italienische Zeitung "Tuttosport" titelte am Tag nach dem Urteil des FIA-Weltrats am Mittwoch kurz und knapp: "Scandalo". Für die "Gazzetta dello Sport" wurde "Ferrari verhöhnt".
Vier Tage nach dem sportlichen Tiefschlag mit dem spektakulären Sieg von Silberpfeil-Pilot Fernando Alonso auf dem Nürburgring traf die Entscheidung des 26-köpfigen Gremiums des Internationalen Automobilverbandes (FIA) die Scuderia wohl nicht minder hart. In einer Pressemitteilung kritisierte das Team, es sei nicht zu verstehen, dass die Verletzung fundamentaler Prinzipien der Ehrlichkeit im Sport keine Sanktionen zur Folge habe.
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug betonte noch einmal, dass kein fremdes Wissen in die silbernen Flitzer eingeflossen sei. Das Corpus Delicti - Material mit umfangreichen Ferrari-Informationen auf 780 Seiten -, das der suspendierte McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten haben soll, soll mittlerweile vernichtet worden sein.
Fakt ist, dass es keinerlei Beweise dafür gab, dass McLaren- Mercedes die Papiere im privaten Besitz von Coughlan sich zu Eigen und sogar zum Nutzen gemacht haben könnte. Deshalb blieben die Fahrer - und die Konstrukteurswertung, die McLaren nach zehn von 17 Rennen beide anführt, unverändert. "Aus Sicht von McLaren war das Urteil fast das Beste, was sie sich erhoffen konnten", urteilte die Londoner "Times" über das FIA-Urteil.
"Wir denken darüber nach, was wir nach dieser unverständlichen und schwerwiegenden Entscheidung in Paris machen", sagte Todt der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Ferrari-Boss Luca di Montezemolo rief die Fans auf, ruhig zu bleiben, "denn diese Geschichte endet hier nicht". Denkbar ist, dass Ferrari gegen den Freispruch für den Konkurrenten in Berufung geht.
(apa/red)
