Jungstar Vettel wechselt doch von BMW zu Toro Rosso: Deutscher ersetzt Scott Speed
- Bereits beim GP von Budapest erstmals im Einsatz
- Vettel holte als jüngster Debütant einen WM-Punkt

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Der Wechsel ist vollzogen. Der Deutsche Sebastian Vettel wird bereits am kommenden Wochenende im Grand Prix von Ungarn einen Toro Rosso pilotieren. Das gab das Red-Bull-Zweitteam nach erteilter Freigabe durch Vettels bisherigen Rennstall BMW-Sauber bekannt. Der 20-Jährige, der als eines der größten Zukunftstalente in der Formel 1 gehandelt wird, ersetzt in den ausständigen sieben Saisonläufen den in Ungnade gefallenen US-Amerikaner Scott Speed.
Vettel war bei BMW bis zuletzt als Test- und Ersatzfahrer unter Vertrag gestanden. Bei seiner Grand-Prix-Premiere am 17. Juni in Indianapolis hatte der Deutsche in dieser Funktion als Ersatz für den verletzten Polen Robert Kubica als jüngster Debütant der Formel-1-Geschichte mit Platz acht einen WM-Punkt geholt. Vettel war bereits als Zwölfjähriger zum Red Bull Junior Team gestoßen und in weiterer Folge von BMW für die Formel 1 aufgebaut worden. "Willkommen zu Hause", betitelte Toro Rosso daher seine Aussendung.
"Bei der Förderung von Sebastian besteht schon lange eine Partnerschaft zwischen BMW und Red Bull. Insofern passt die Freigabe ins Konzept", begründete BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Sebastian hat für uns als Test- und Ersatzfahrer sehr gute Arbeit geleistet. Wir haben ihn über Jahre gefördert und ausgebildet. Seiner Karriere jetzt Steine in den Weg zu legen, würde unserer Auffassung von Talentförderung widersprechen."
Der Streit zwischen Speed und der österreichischen Teamführung um Toro-Rosso-Miteigentümer Gerhard Berger war nach dem Grand Prix von Europa auf dem Nürburgring eskaliert. Der US-Amerikaner hatte Teamchef Franz Tost beschuldigt, ihm nach seinem Ausfall auf den Rücken geschlagen zu haben. Danach kündigte der 24-Jährige an, nach Ende seines bis Saisonschluss laufenden Vertrages "nie mehr für Berger und Tost" zu fahren.
Sebastian Vettel war nach seinem Vertragsabschluss mit Toro Rosso überschwänglich vor Freude. "Mein Traum ist wahr geworden, ich bin Formel-1-Fahrer", strahlte der 20-jährige Deutsche. "Wenn ich mir das selbst sage, kann ich das noch nicht glauben." Dass er sein neues Arbeitsgerät noch nicht getestet hat, schreckt Vettel nicht. "Das ist ein komplett neues Auto. Das braucht Zeit, sich umzustellen. Ich nehme die Aufgabe, wie sie kommt."
Toro Rosso handelte schneller, holte Vettel zurück ins Boot, nachdem auch der französische ChampCar-Seriensieger Sebastian Bourdais zur Diskussion gestanden war. Berger hatte ursprünglich angekündigt, den jungen Deutschen nur nach vorher absolvierten Testfahrten ins Auto steigen zu lassen. Nun pilotiert Vettel bereits am Wochenende in Mogyorod bei Budapest den zweiten Toro-Rosso-Boliden neben jenem von Vitantonio Liuzzi.
Doch auch Liuzzi war zuletzt mangels guter Resultate und auf Grund einiger Fehler von der Teamführung kritisiert worden. Der Italiener dürfte Toro Rosso ebenfalls spätestens mit Saisonende verlassen. Bourdais ist nach wie vor ein Kandidat. Neuer Ersatzfahrer von BMW-Sauber ist dagegen der bisherige Testpilot Timo Glock. Der 25-jährige Deutsche ist im Moment Gesamtführender der wichtigsten Nachwuchsserie GP2.
(apa/red)
