Für Eschauer ändert sich auch an Schwelle zu Top 50 nichts: Top 70 bis Jänner gesichert
- Bescheiden: "Genugtuung, aber ich bleibe gelassen"

·Tennis-Rangliste: Eschauer schon 53.!
Sprung nach vorne nach Amersfoort-Finaleinzug
·Tennis: So steht's in den Weltranglisten!
Serena Williams und
Rafael Nadal die Nr.1
·Eschauer verlor das Finale von Amersfoort
Niederlage gegen Darcis nach 3 Stunden 1:6, 6:7
·Kanzler gewann mit Paszek Charity-Doppel
BILDER: Gusenbauer machte gute Tennis-Figur
Er setzt die österreichischen Tennis-Fans in Erstaunen, Tour-Kollegen ziehen vor ihm den Hut, doch Werner Eschauer selbst bleibt gelassen. Für die nunmehrige Nummer 53 der Weltrangliste hat sich durch seinen heurigen Erfolgslauf nicht viel geändert, außer dass er eben seinen Beruf ein bisschen besser als früher ausübt. Lohn dafür ist u.a., bei den Austrian Open in Kitzbühel als einziger der sieben Österreicher im Hauptfeld ein Auftakt-Freilos zu haben.
Zum vierten Mal in den vergangenen Wochen hat Eschauer ein persönliches Top-Ranking erreicht, in nicht einmal zwei Monaten verbesserte er sich um 40 Positionen. "Sicher ist das eine Genugtuung für mich", erklärte der 33-Jährige in "Kitz" nach einer Trainingseinheit mit Rimini-Challenger-Sieger Oliver Marach. "Aber ich habe da keine so großen Emotionen, bevorzuge ein gesundes Mittelmaß."
Wie in der vergangenen Woche auf dem Weg ins Amersfoort-Finale, als der Niederösterreicher seinen Sieg über den spanischen Top-20-Spieler und ehemaligen Weltranglisten-Leader Carlos Moya ohne große Jubel-Gesten feierte. Nun will Eschauer im Ranking weiter nach oben, und die Chancen dafür stehen gut. Fix ist, dass er bis Jänner 2008 nicht mehr aus den Top 70 fallen wird, da er bis dahin nur noch 94 seiner 654 ATP-Punkte zu verteidigen hat.
Schon in Kitzbühel könnte Eschauer einen schönen Teil seines 2007-Solls als erledigt abhaken, ist er doch 2006 in Runde eins ausgeschieden. In Runde zwei bekommt es der Hollensteiner mit dem Argentinier Juan-Pablo Brzezicki oder dem Italiener Fabio Fognini zu tun, Gegner im Achtelfinale würde am ehesten der als Nummer drei gesetzte Juan-Carlos Ferrero sein. Ein Out gegen den Spanier würde Eschauer immerhin ein Plus von 20 Punkten einbringen.
Über Challenger-Turniere in Top 100
In diesem Fall würde es für ihn mit den Challengern zumindest vorläufig vorbei sein. Denn Top-50-Spielern bleibt die zweite ATP-Turnier-Ebene verwehrt, außer sie erhalten eine Wild-Card. Der ÖTV-Profi arbeitete sich ja fast ausschließlich über die Challenger-Ebene in die Top 100, erhielt dadurch den Beinamen "Challenger-König". Allein heuer gewann er vier dieser Turniere, stand ein zusätzliches Mal in einem Finale.
Damit überraschte er nicht zuletzt die ATP selbst, im Bereich "Karriere-Höhepunkte" auf der offiziellen Tour-Homepage http://www.atptennis.com herrscht bei Eschauer nach wie vor gähnende Leere. Laut dem ATP-Verantwortlichen bei den Austrian Open soll dieses Manko demnächst behoben werden.
Eschauer wird übrigens nächste Woche in Sopot (Polen) antreten, ehe er bis zu den US Open eine dreiwöchige Pause einlegt. Vom 21. bis 23. September geht es in Innsbruck im Weltgruppen-Playoff gegen Brasilien. Eschauer ist noch ohne Einsatz im traditionellen Teambewerb. Die Chancen auf seinen Einsatz gegen die Südamerikaner sind nun aber gut, ein Gespräch mit Kapitän Gilbert Schaller fand schon statt. Eschauer in seiner typisch nüchternen Art: "Für Österreich zu spielen, ist sicher etwas Besonderes, aber im Grunde wäre es ein Match wie jedes andere." (apa/red)
