Donnerstag, 26. Juli 2007

Energiesparbirnen bald deutlich billiger? EU will Strafzölle für China-Einfuhren aufheben!

  • Verbraucher zahlen durch Zölle bis 60 Prozent mehr
  • Deutschland wehrt sich gegen Pläne der Kommission

Teure Energiesparbirnen könnten bald deutlich billiger werden. Die EU-Kommission will Anti-Dumping-Zölle für Einfuhren aus China aufheben, wie Kommissionssprecher Peter Power sagte.

"Die Verbraucher zahlen durch diese Zölle bis zu 60 Prozent mehr für die Birnen", sagte Power. Seit sechs Jahren schlägt die EU einen Strafzoll in Höhe von 60 Prozent auf Importe der Strom sparenden Birnen aus China auf - und das, obwohl große europäische Firmen inzwischen selbst in dem asiatischen Land produzieren. EU-Handelskommissar Peter Mandelson will die Aufschläge deshalb stoppen und wird dabei vom niederländischen Philips-Konzern unterstützt.

Deutschland wehrt sich gegen die Pläne Mandelsons. Der Grund: Die Siemens-Tochter Osram fordert die Verlängerung der Strafzölle um fünf Jahre. Nach Auffassung von Osram bietet China seine Energiesparbirnen zu Preisen an, die unter den Herstellungskosten liegen und verdirbt europäischen Herstellern damit den Markt.

In EU-Kreisen heißt es dagegen, hinter dem Ringen zwischen Philips und Osram stehe ein Kampf um Marktanteile. Während Philips seine Birnen überwiegend in China zu geringen Lohnkosten herstellt, produziert Osram vor allem im teuren Europa. Sollten die Zölle fallen, hätte Philips einen Preisvorteil. Für die Aufhebung der Zölle braucht Mandelson die Zustimmung der EU-Staaten, die im Anti-Dumping-Ausschuss in Brüssel beraten wollten. (apa/red)

26.7.2007 21:09