Ultimatum der Taliban verstrichen: Weitere südkoreanische Geisel wurde ermordet!
- Taliban: "Regierung hat Ultimatum nicht beachtet"
- Leichnam in afghanischen Bergen zurückgelassen

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Nach dem Ablauf von zwei Ultimaten haben die afghanischen Taliban eine zweite von ursprünglich 23 südkoreanischen Geiseln erschossen. Dies sei eine Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit der Regierung, sagte Taliban-Sprecher Qari Yousuf Ahmadi mehreren Nachrichtenagenturen am Telefon.
Die afghanischen Behörden haben nach Berichten des deutschen TV-Senders ARD den Tod einer zweiten südkoreanischen Geisel bestätigt. Die Leiche des Südkoreaners sei auf eine Straße gelegt worden. Zugleich drohte Taliban-Sprecher Qari Yousuf Ahmadi in einem Telefongespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa mit der Erschießung weiterer Geiseln, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden.
"Wir haben verschiedene Ultimaten gesetzt, aber die afghanische Regierung hat sie nicht beachtet", sagte Ahmadi. Den Namen der getöteten männlichen Geisel gab er mit Sung Sin an. Nach seiner Erschießung sei der Leichnam im Bezirk Kara Bagh zurückgelassen worden. Die afghanische Regierungsdelegation, die mit den Geiselnehmern verhandelt, hatte sich noch zuversichtlich gezeigt, dass die Taliban die von Kabul erbetene Frist um zwei Tage verlängern würden. Ahmadi drohte weitere Erschießungen von Geiseln an.
Konkrete Forderungen gestellt
Die Entführer eines Deutschen in Afghanistan haben unterdessen nach Informationen des Senders ZDF konkrete Forderungen für die Freilassung gestellt. Diese seien allerdings bisher nicht öffentlich bekannt. Der Ingenieur werde von einer lokalen Organisation festgehalten, die den Taliban zuzurechnen sei.
Freilassung Gefangener verlangt
Zuvor waren die Verhandlungen um die Südkoreaner ins Stocken geraten, nachdem die afghanische Regierung die bedingungslose Freilassung der Geiseln gefordert und ein Regierungsvertreter eine gewaltsame Lösung der Geiselkrise nicht ausgeschlossen hatte. Die Taliban brachen daraufhin die Gespräche vorübergehend ab. Die Regierung in Kabul bestand zudem darauf, dass zunächst die 18 weiblichen Geiseln freigelassen werden sollten - dem die Entführer mit der Forderung konterten, zunächst müssten acht Taliban-Gefangene freikommen.
Pastor erschossen
Die Südkoreaner - Mitglieder einer christlichen Freikirche, die in Afghanistan medizinische Hilfe leisten wollten - waren am 19. Juli auf dem Weg von der Hauptstadt Kabul nach Kandahar im Süden des Landes verschleppt worden. Eine der Geiseln, ein 42-jähriger Pastor, wurde bereits vergangenen Mittwoch von den Entführern erschossen. Die Leiche von Bae Hyung-kyu wurde in seine Heimat übergeführt.
Zwei Deutsche entführt
Zwei Tage zuvor hatten Unbekannte zwei Deutsche und fünf Afghanen in der Nachbarprovinz Wardak entführt. Einer der Deutschen starb in der Gewalt der Kidnapper. Sein Leichnam wies Schusswunden auf, doch war die Todesursache zunächst unklar. Mit dem Ergebnis der Obduktion wird Ende der Woche gerechnet. Der zweite Deutsche befindet sich weiterhin in der Gewalt der Entführer.
Al Jazeera zeigt Video der Geiseln
Der arabische Fernsehsender Al Jazeera hat Videoaufnahmen ausgestrahlt, auf denen angeblich die Südkoreaner zu sehen sind. Mehrere der weiblichen Geiseln kauern, mit Schleiern verhüllt, im Dunkeln. Die entführten Christen wurden offenbar zu Boden geworfen, keiner von ihnen spricht. Wie Al Jazeera an das Band kam, teilte der Sender nicht mit. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst auch nicht bestätigt werden.
(apa/red)
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