Bangen um südkoreanische Geiseln: Seoul schickt Sondergesandten nach Afghanistan
- Soll Verhandlungen in Geiselkrise aufnehmen
- Afghanische Regierung äußert sich "optimistisch"
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Eine der in Afghanistan verschleppten Südkoreanerinnen hat eindringlich um ein baldiges Ende der Geiselkrise gebeten. "Wir sind müde und werden ständig von einem Ort zum anderen gebracht", sagte die Frau in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters in gebrochenem Dari, einer afghanischen Landessprache. Die Geiseln seien in Gruppen aufgeteilt. "Wir bitten die Taliban und die Regierung um unsere Freilassung", sagte die Frau, deren Identität nicht eindeutig festgestellt werden konnte.
Ein Unterhändler aus Südkorea nahm in Afghanistan Gespräche über das Schicksal seiner 22 entführten Landsleute auf. Baek Jong-chun, ein hochrangiger Vertreter des Präsidialamtes, war in Kabul eingetroffen und sollte nach südkoreanischen Angaben auch mit Präsident Hamid Karzai zusammenkommen. Baek will gemeinsam mit den afghanischen Behörden mit einer Gruppe der radikal-islamischen Taliban verhandeln, die mit der Ermordung der verschleppten Missionare droht. Die Entführer verlangen die Freilassung von Taliban-Kämpfern aus afghanischen Gefängnissen.
Die afghanische Regierung zeigte sich optimistisch. "Wir haben die Gespräche heute früh wieder aufgenommen", sagte Chefunterhändler Waheedullah Mujadidi der Nachrichtenagentur AFP in Ghazni, einer Stadt 140 Kilometer südlich von Kabul, in deren Umgebung die Geiseln festgehalten wurden. Einer der verschleppten Südkoreaner war von den Entführern erschossen worden. Sein von Kugeln durchsiebter Leichnam war gefunden worden.
(apa/red)
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