Unschuldig Verurteilte in den USA erhalten
100 Mio. Dollar: FBI hielt Beweise zurück
- Falsches Urteil um Mord in Unterwelt bereits 1965
- Zwei Verurteilte bereits im Gefängnis verstorben
Ein Bundesgericht in den Vereinigten Staaten hat vier unschuldig Verurteilten eine Entschädigung in Höhe von 101,7 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) zugesprochen. Die Bundespolizei FBI habe Beweise dafür zurückgehalten, dass die vier Männer zu Unrecht beschuldigt worden seien, urteilte Richterin Nancy Gertner in Boston nach Angaben aus Gerichtskreisen. Das falsche Urteil um einen Mord in der Unterwelt war bereits 1965 ergangen. Zwei der Verurteilten starben im Gefängnis, zwei weitere kamen nach rund 30 Jahren in Haft frei.
Die Anwälte des Justizministeriums argumentierten in dem Schadenersatzverfahren, das FBI sei nicht verpflichtet gewesen, der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern Informationen offenzulegen, durch welche die Unschuld der Männer hätte bewiesen werden können. "Die Position der Regierung ist, in einem Wort, absurd", kommentierte Gertner nach Angaben der Zeitung "The Globe" diese Verteidigungslinie.
(apa/red)
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