Bangen in England nimmt kein Ende: Meterologen erwarten noch mehr Regenfälle
- Jugendlicher seit Wochenende noch immer vermisst
- Schwangere nicht rechtzeitig im Spital: Zwillinge tot
Die schweren Überschwemmungen in England haben zwei weiteren Menschen das Leben gekostet: In der Grafschaft Gloucester kamen nach Angaben der Feuerwehr zwei Menschen beim Versuch ums Leben, Wasser aus einem Rugby-Club zu pumpen. Sie benutzten mangels Strom eine mit Benzin betriebene Pumpe und erstickten vermutlich an den Abgasen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Meteorologen rechneten derweil mit weiteren schweren Regenfällen.
Die heftigsten Niederschläge wurden südlich der Gebiete erwartet, die von den Überschwemmungen am schlimmsten betroffen waren - in Devon, Cornwall, Somerset und Dorset sollten bis zu 30 Millimeter Regen fallen. Schon jetzt sind die Monate Mai, Juni und Juli die Nassesten seit Beginn der Aufzeichnungen in Großbritannien im Jahr 1766.
Die Behörden warnten außerdem vor durch das Wasser übertragenen Krankheiten: Vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen bestünden Risiken durch Coli-Bakterien und Salmonellen, warnte der Mediziner Ken Flint laut einem Bericht der Zeitung "Daily Mirror", wie PA weiter berichtete. Die Hochwasseropfer sollten strikt auf Hygiene achten, betonte Flint. Der Hochwasser-Experte Ian Cluckie erklärte PA zufolge: "Die Leute müssen begreifen, dass das Abwässer sind, in denen sie herumlaufen."
Die Feuerwehr rief die Öffentlichkeit nach den beiden Todesfällen in Tewkesbury auf, bei der Beseitigung von Hochwasserschäden ihre eigene Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Die Leiche eines Mannes wurde aus dem Fluss Great Ouse geborgen. Eine Frau verlor ihre zu früh geborenen Zwillinge, weil sie wegen des Hochwassers nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden konnten. Von einem am Wochenende vermissten 19-Jährigen in Tewkesbury fehlt weiterhin jede Spur.
Das Umweltministerium sprach laut PA von fünf schweren Hochwasserwarnungen - zwei für den Severn nahe Gloucester und Tewkesbury und drei für die Themse - und zehn weiteren Warnungen.
In Gloucestershire war die Wasserversorgung für 10.000 Haushalte wieder hergestellt, allerdings wurden die Einwohner aufgefordert, das Wasser nicht zu trinken und nicht einmal zum Zähneputzen zu verwenden. 140.000 Haushalte in den Städten Gloucester, Tewkesbury und Cheltenham hatten noch immer kein fließendes Wasser, die Versorgung durch Tankwagen reichte bei weitem nicht aus. Die vierfache Mutter Jean Goddard sagte laut PA, sie habe nirgendwo Trinkwasser bekommen können. "Wenn man ein geringes Einkommen hat oder eine allein erziehende Mutter ist, kann man nicht Mineralwasser im Supermarkt kaufen", klagte die 40-Jährige.
Das Finanzministerium kündigte PA zufolge unterdessen an, bei Fristen wegen Steuern und Buchhaltungsverfahren, die wegen der Überschwemmungen nicht eingehalten werden können, nachsichtig zu sein. Die Menschen sollten sich "in dieser schweren Zeit" deswegen keine Gedanken machen, erklärte Finanzministerin Jane Kennedy. (apa)
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