Donnerstag, 26. Juli 2007

Nach Begnadigung von Krankenschwestern:
Libyen und Bulgarien in diplomatischer Krise

  • Familien der mit Aids infizierten Kinder fordern Haft
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Tripolis hat gegen die Begnadigung der in Libyen ursprünglich zum Tode verurteilten Krankenschwestern und eines Arztes durch Bulgarien protestiert. Aus diesem Grund sei der Erste Sekretär der bulgarischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt ins Außenamt zitiert worden, hieß es in offiziellen Kreisen.

Zuvor hatten die Familien der mit Aids infizierten libyschen Kinder in einer Erklärung gegen die Begnadigung protestiert und die libysche Regierung aufgerufen, Interpol einzuschalten, damit die fünf Krankenschwestern und der Arzt festgenommen würden. Außerdem verlangten sie einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Bulgarien.

Die Krankenschwestern und der Arzt waren nach mehr als acht Jahren in libyscher Haft in Sofia eingetroffen und dort sofort von Präsident Georgi Parwanow begnadigt worden. Sie wurden 2004 in Libyen für die Infizierung von mehr als 400 Kindern mit dem HI-Virus verantwortlich gemacht und zum Tode verurteilt. Der Oberste Justizrat Libyen hob das Urteil auf und wandelte es in lebenslange Haft um. Internationale Experten halten die Verurteilten für unschuldig und geben der mangelnden Hygiene in dem betroffenen libyschen Krankenhaus die Schuld an der HIV-Infektion der Kinder.

(apa/red)

26.7.2007 10:49