'Stellt euch vor, das wäre bei uns passiert': Aufregung in NÖ nach Massaker in Serbien!
- 9-facher Todesschütze arbeitete in Wienerwald-Dorf
- Nachbarin beschrieb mutmaßlichen Täter als "ruhig"
Eine etwas mehr als 5.000 Einwohner fassende Gemeinde im Bezirk Wien-Umgebung: Hier wohnte und arbeitete jener 38-jährige Amokläufer, der laut Polizei am Freitagabend in einem Dorf unweit der südostserbischen Stadt Negotin neun Menschen mit einem Gewehr erschossen hat. Nach Bekanntwerden der Tragödie zeigten sich Bewohner, Nachbarn und Bürgermeister bei einem Lokalaugenschein der APA fassungslos. "Unauffällig und normal", so wurde der Schütze beschrieben.
Geschockt zeigte sich der Bürgermeister: "Unglaublich, was in so einem Menschen vorgeht." Der 38-jährige Serbe habe als "unauffällig" gegolten. Vorkommnisse wie Gewaltausbrüche habe es nicht gegeben, meinte der Ortschef unter Berufung auf Angaben der örtlichen Polizeiinspektion. "Vielleicht sagt er ja irgendwann, warum er das gemacht hat", gab sich der Bürgermeister nachdenklich. "Das bringt die Toten aber auch nicht zurück." Der Amokläufer habe vor der Tat mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf einem Pferdehof gewohnt. Er habe auf dem Gestüt gearbeitet.
Auf dem Pferdehof selbst wohnen und arbeiten viele Menschen aus dem Balkan. Auskunftsfreudig zeigten sie sich angesichts der Tragödie kaum. "Nein, bitte keine Fragen", so ein sichtlich unangenehm berührter Mann. Eine Nachbarin des Amokläufers gab an, dass der Serbe als Maurer auf dem Gestüt tätig war. Schon seit vielen Jahren, wie sie hinzufügte. An gewalttätiges Verhalten oder spezielle Ereignisse mit dem mutmaßlichen Täter könne sie sich nicht erinnern. "Er war ruhig, sehr ruhig", meinte die Frau zur APA.
Im Ortszentrum waren die Geschehnisse in Serbien zum sonntäglichen Gesprächsthema avanciert. "Oft genügt nur ein kleiner Auslöser, und dann drehen die Menschen durch", meinte ein Gast im Wirtshaus. "Stellt euch vor, das wäre bei uns passiert", sagte der Mann zu Freunden beim Mittagsessen. Auf der Suche nach Erklärungen, warum der Verdächtige so gehandelt habe, wurden die Herrschaften aber sprachlos. Er sei generell wenig bekannt gewesen und dürfte sich - so die Einschätzung eines Gastes - vorwiegend auf dem Pferdehof aufgehalten haben.
(APA/red)
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