Nach Rohrbomben-Fund in Wien: Jetzt Bombendrohung gegen die Grazer Burg
- Nummer des Anrufers ist bei der Polizei bekannt
- Auch Drohung gegen Grazer Wifi - Suche im Gange
·Noch keine Spur zu Rohrbomben-Urheber
Zusätzlich Kontrollen
rund ums Hohe Haus
·Rohrbombe vor dem Wiener Parlament!
Funktionsfähig, nur der Sprengstoff hat gefehlt
Nach den Bombendrohungen gegen die LKH Leoben und Wagna gab es nun eine Drohung gegen die Amtsräume der Landesregierung in Graz. Eine männliche Stimme mit laut Landespressedienst "stark ausländischem Akzent" meldete sich in der Telefonzentrale und deponierte eine entsprechende Ankündigung. Die Burg und das benachbarte Amtsgebäude am Burgring 4 wurden evakuiert. Der Polizei ist allerdings die Mobiltelefonnummer des Bombendrohers bekannt. Ein zweiter Drohanruf ging eine Stunde später gegen das Haus des Wirtschaftsförderungsinstitutes (Wifi) in der Körblergasse ein.
Die Telefonistin habe zuerst an einen Scherz gedacht, als sie den Anruf entgegennahm und nachfragte, wen der Anrufer eigentlich sprechen wolle. Der Mann habe in gebrochenem Deutsch gefragt: "Bin ich in Landesregierung?" Dann habe er gesagt: "Das ist eine Bombendrohung, nehmen Sie mich ernst, ich habe das schon vor eineinhalb Jahren einmal gemacht." Genauere Angaben machte er nicht.
Die Telefonistin rief sofort die Landeswarnzentrale an, die wiederum die Polizei verständigte. Sämtliche Landesbedienstete in den gefährdeten Hausbereichen wurden per E-Mail aufgefordert, sofort die Büroräume zu verlassen. Nahezu hundert Bedienstete fanden sich daraufhin im Burghof ein.
Laut Major Helmut Richter, der den Einsatz mit einer fünfzehnköpfigen Einheit leitete, konnte vorläufig Entwarnung gegeben werden, nachdem sämtliche für ein Bombenversteck möglichen Stellen abgesucht worden waren. Während es sich bei den Bombendrohungen gegen die beiden LKH - ein Täter wurde bereits überführt - um Inländer handelte, war es im Fall der Grazer Burg zum ersten Mal eine ausländische Stimme. "Aber", so hoffte der Polizeimajor auf eine rasche Aufklärung, "wir haben die Handynummer des Anrufers, eine T-Mobile-Nummer."
Die Bombendrohung gegen das Wifi ging etwas später ein. Genaueres ist noch nicht bekannt. Das Gebäude wurde geräumt, die Polizei begann hier ebenfalls mit der Suche nach der angeblichen "Rohrbombe". Von dieser hatte der anonyme Anrufer im steirischen Dialekt behauptet, sie werde detonieren. (apa/red)
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