Anschlag in Algerien: Bombe fordert östlich der Hauptstadt Algier zehn Menschenleben
- Detonation nahe einer Kaserne: Hintergrund unklar
Wenige Stunden vor der Eröffnung der Afrika-Spiele sind bei einem Selbstmordanschlag in Algerien zehn Menschen getötet und 35 verletzt worden. Der Täter zündete nach Angaben von Anwohnern eine Autobombe vor einer Kaserne in der Unruhe-Provinz Kabylie, 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier, wo am Abend die Afrika-Spiele eröffnet werden sollten. Opfer des Attentäters waren acht Soldaten, wie es in Sicherheitskreisen hieß. Zu der Tat bekannte sich einem Bericht des Fernsehsenders Al Jazeera zufolge die Terrororganisation Al Kaida. Es war das schwerste Attentat seit Monaten in dem Land.
Zuletzt waren am 11. April bei Selbstmordanschlägen in Algier 33 Menschen ums Leben gekommen. Zu der Tat bekannten sich die Salafisten der Rebellen-Gruppe GSPC, die der Al-Kaida nahe stehen soll. In den 90er Jahren hatte der Kampf islamischer Extremisten in Algerien rund 200.000 Tote gefordert. Hintergrund war der Putsch 1992, als das Militär wegen des absehbaren Siegs der islamistischen Partei FIS die Parlamentswahl abbrach. Nachdem die Gewalt später angesichts von Amnestien gegen die Rebellen zumeist abebbte, blieben Kabylie und umliegende Regionen Unruheprovinzen.
Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte die Armee erst in der vergangenen Woche zum Vorgehen gehen islamistische Rebellen aufgefordert und sie als "Feinde des Volkes" bezeichnet. Am Dienstag war Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zu Besuch in Algerien. Bei einem Treffen mit Bouteflika wurde über bilateralen Handel, Investitionen sowie Energie- und Sicherheitsfragen gesprochen.
(apa/red)
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