Mittwoch, 11. Juli 2007

Deutsche Geisel freigelassen: Hannelore Krause wurde seit Anfang Februar vermisst

  • Sohn der Deutschen in der Gewalt der Entführer
  • Arbeitete für österreichischen Handelsdelegierten

Eine der beiden seit Februar im Irak entführten deutschen Geiseln ist frei: Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte in Berlin die Freilassung der 61-jährigen Hannelore Krause. Ihr 20-jähriger Sohn Sinan sei weiterhin in Geiselhaft. Die beiden waren am 6. Februar aus ihrem Wohnhaus in Bagdad entführt worden.

Die Entführer der Familie Krause hatten den Abzug der deutschen Bundeswehr aus Afghanistan gefordert und mit dem Tod der Geiseln gedroht, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Sie ließen allerdings zwei Ultimaten verstreichen. Der Ehemann von Frau Krause und die junge Frau ihres Sohnes hatten im Irak an die Entführer appelliert, die Entführten freizulassen. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler hatte sich im März via Fernsehen an die Kidnapper gewandt, eine bisher unbekannte Gruppe namens "Pfeile der Rechtschaffenheit".

Steinmeier sagte, Frau Krause, die früher für den österreichischen Handelsdelegierten in Bagdad arbeitete, befinde sich in Freiheit und sei in der Obhut der deutschen Botschaft in Bagdad. Er könne zu den Hintergründen der Freilassung keine Angaben machen, sagte der SPD-Minister und bat darum, "von Spekulationen Abstand zu nehmen". Es bleibe "die drängende Ungewissheit" über das Schicksal des Sohnes. Man werde alles dafür tun, seine Freilassung zu erreichen.

Ein Krisenstab des Auswärtigen Amtes bemüht sich seit Februar hinter verschlossenen Türen um die Freilassung der mit einem Iraker verheirateten Deutschen und ihres Sohnes. Wie in anderen Entführungsfällen wurden keine Einzelheiten der Bemühungen bekannt. Vor allem zu Fragen nach möglichen Lösegeldzahlungen gibt die Bundesregierung grundsätzlich keinen Auskunft.

In einem bewegenden Hilferuf hatten sich Mutter und Sohn im März an die Öffentlichkeit wenden können. "Diese Leute wollen meinen Sohn vor meinen Augen umbringen und hinterher mich", sagte Hannelore Krause in einem von arabischen Sendern ausgestrahlten Video. An die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel richtete sie die Worte: "Ich habe niemanden der mir helfen kann - nur noch Sie!" Krause fügte hinzu: "Wir sind doch auch Deutsche". Im Hintergrund des Bildes waren drei maskierte und bewaffnete Männer zu sehen, von denen einer die Forderungen der Entführer vorlas.

(apa/red)

11.7.2007 13:25
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