Temelin-Treffen in Prag: Verschwiegene Störfälle laut Konecny bewusst nicht berührt
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In Prag hat das erste Treffen der tschechisch-österreichischen interparlamentarischen Kommission zum südböhmischen Atomkraftwerk Temelin begonnen. Die jüngsten Vorwürfe, wonach die tschechische Seite mehrere Zwischenfälle in Temelin nicht an Wien gemeldet habe, kamen jedoch nicht zur Sprache. Die österreichischen Atomgegner kündigten das zeitweise Aussetzen der Grenzblockaden an.
Der Chef der österreichischen Delegation, Bundesrat Konecny, sagte, die erste Sitzung habe im Wesentlichen aus dem Versuch beider Seiten bestanden, für ihre atmosphärische Stimmung um Verständnis zu ersuchen bei der jeweils anderen Seite.
Konecny sagte weiters, man habe in Prag die Frage der verschwiegenen Störfälle "bewusst nicht berührt". Das Wiener Umweltministerium habe nämlich eine Anfrage zu diesem Thema an Prag gerichtet. Die Möglichkeit, dass es sich um nachträgliche Up-gradings von Störfällen handle, sei nicht auszuschließen.
Eine Einigung in der Organisation der weiteren Arbeit ist laut Konecny erzielt worden. Man werde sich bei nächster Sitzung der Kommission im September in Wien, unter Einbeziehung von Experten, sowohl mit den technisch-wissenschaftlichen wie mit den rechtlich-völkerrechtlichen Fragen auseinander setzen.
Der Chef der tschechischen Delegation, Kasal, sprach sich dafür aus, dass die Delegationen auch Temelin besuchen. Man werde Einladungen an die österreichischen Delegationsmitglieder schicken.
Die österreichischen Atomgegner werden während der Arbeit der Temelin-Kommission die Grenzübergänge zu Tschechien nicht blockieren. Diese Zusage gaben die Anti-Atom-Bewegungen Bundeskanzler Gusenbauer, teilte Konecny mit. Kasal begrüßte diese Zusage. "Das betrachten wir für sehr bedeutend und für einen entgegenkommenden Schritt", meinte er.
(apa/red)
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