Salzburg zieht Konsequenzen aus Olympia- Pleiten: Keine weiteren Bewerbungen mehr
- Mozartstadt will vorerst keine Winterspiele ausrichten
- "Chancenlos, so lange sich Spielregeln nicht ändern"
·Olympia 2014 findet nicht in Salzburg statt
Sotschi erhält Zuschlag bei Wahl in Guatemala
·IHRE MEINUNG zur Olympia-Entscheidung
Warum ist Salzburg
schon wieder gescheitert?
·Tränen in Salzburg, Freude in Russland
Durchklicken: BILDER
der Olympia-Vergabe
·"Leute im Spiel, die keine Ahnung haben"
KLICKEN: Reaktionen
zur Olympia-Vergabe!
·Die Pressestimmen zur Olympia-Vergabe
"Salzburger mussten ein bisschen gestrig wirken"
·Olympia 2014: Das Abstimmungsergebnis
Letzter Platz: Salzburg erhielt nur 25 Stimmen
·Salzburgs steiniger Bewerbungs-Weg
Verpatzer Start, Doping- Affäre & starke Gegner
·München will jetzt Olympia 2018 holen
"Aussichten schlagartig noch besser geworden"
·Die Chronologie: Das Scheitern Salzburgs
Idee, Bewerbung und ein echter Doping-Skandal
Der Traum von Olympischen Spielen ist für Salzburg auch für die Zukunft ausgeträumt. "Salzburg wird sich definitiv nicht mehr bewerben", erklärte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (S) nach der Sitzung des Gemeinderates gegenüber der APA. "Wir sind chancenlos, solange sich die Spielregeln nicht ändern." Schaden brachte damit die Stimmung aller Gemeinderatsfraktionen auf den Punkt, die sich gegen weitere Olympia-Ambitionen aussprachen.
"Ich denke, unter diesen Umständen können sich kleine Länder nicht mehr bewerben", erklärte Schaden (S) angesichts der astronomischen Summen, die für Olympische Winterspiele notwendig seien, in der Sitzung. Er vermutet, dass das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) in den kommenden Jahren nicht einmal mehr vorschlagen werde, dass sich eine österreichische Stadt bewerben solle, meinte Schaden zur APA.
ÖOC zeigt sich nicht überrascht
Im ÖOC war man über die Salzburger Entscheidung nicht überrascht. "Wir haben es vermutet", sagte ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth. Bezüglich einer Kandidatur einer anderen österreichischen Stadt bestehe keine Eile. "Dafür wäre rund eineinhalb Jahre Zeit", meinte Jungwirth. Das ÖOC wird sich erst bei seiner Vorstands-Sitzung im kommenden September über die Abstimmung in Guatemala, wo Salzburg am 4. Juli erneut klar gescheitert war, befassen.
Man werde aber weder eine "Olympia-Sperre" aussprechen noch jemand offensiv ermutigen. "Wenn es Interessenten gibt, werden wir uns das anschauen", so Jungwirth. Die Tendenz ist aber auch beim ÖOC klar. Jungwirth: "Nach derzeitigem Stand wird mit irren finanziellen Mitteln um Olympia gebuhlt. Das ist mit einem Budget von zehn Mio. Euro nicht zu machen, wahrscheinlich müsste man zumindest verdoppeln."
"Keine Bewerbung Salzburgs mehr"
"Es wird zu keiner Bewerbung Salzburgs mehr kommen", stellte auch Vizebürgermeister Harald Preuner (V) im Gemeinderat klar. Und der FP-Mandatar Andreas Schöppl verlangte gar, die nächsten 20 Jahre auf einen neuerlichen Olympia-Anlauf zu verzichten. Allgemeines Lob gab es für den Einsatz von Schaden für die Salzburger Bewerbung und die Präsentation in Guatemala. Salzburg habe international durch die Kandidatur an Profil gewonnen, die Außenwirkung dürfe nicht unterschätzt werden, sagte das Stadtoberhaupt. Nun gehe es darum, die Ziele der Stadt zu definieren.
Sport werde ein Thema bleiben, meinte der Bürgermeister: "Ich erwarte mir von der Europameisterschaft 2008 ein tolles Fußballfest in den Straßen Salzburgs." Man werde die Augen offen halten, um kleine und feine Sportveranstaltungen nach Salzburg zu holen. Auch sonst gebe es ehrgeizige Projekte. Schaden nannte dabei den Unipark Nonntal, das Projekt "Neue Mitte Lehen" oder die Science City in Itzling. Für das geplante Erlebnisbad müsse es eine überregionale Finanzierung geben, verlangte Schaden. (apa/red)
