Ölindustrie unschuldig an teurem Sprit? Nur geringer Anteil der Kosten ist beeinflussbar
- Preiserhöhungen müssten 1:1 weitergegeben werden
- Autofahrerklub fordert Gewinn-Weitergabe an Kunden

·TANKEN: Hier finden Sie den billigsten Sprit
Die günstigsten Tank- stellen auf einen Blick
·Spritpreise sind auf neuem Rekordhoch
Arbeiterkammer: Teure und günstige Tankstellen
Die Treibstoffpreise bewegen sich wieder mal auf Rekordhoch und zum Wochenende wird es nochmals teuer. Das und die Rekordgewinne der Mineralölindustrie lassen die Volksseele kochen und zu spüren bekommen das die Tankwarte. Diese verweisen auf die Ölindustrie und diese wiederum darauf, dass sie nur für neun Prozent der Kosten verantwortlich ist. Alleine 54 Prozent gehen an Steuern in das Budget. Das Produkt selbst verschlingt 37 Prozent, rechnete der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) vor.
Dies und der strenge Wettbewerb am Tankstellenmarkt würde verhindern, dass die Industrie die Preissteigerung durch den Mineralölsteuer-Erhöhung mit 1. Juli abfangen könnten. Die Preiserhöhungen müssten daher 1:1 weitergegeben werden. Der Fachverband wies in einer Aussendung auch darauf hin, dass Österreich bei den Spritpreisen ohnehin zu den günstigeren Ländern in Europa gehöre. Der ARBÖ hatte kürzlich vorgerechnet, dass Österreich nach der Steuererhöhung bei Diesel und Benzin das elfteuerste Land innerhalb der EU-27 sein wird.
Der Verkehrsclub Österreich verwies dagegen darauf, dass nach der Erhöhung immer noch elf Staaten höhere Mineralölsteuersätze hätten als Österreich. In Deutschland sei die Mineralölsteuer auf Diesel in Zukunft um 12 Cent pro Liter höher, in Italien um 7 Cent und in der Schweiz um 17 Cent und Großbritannien verlange überhaupt 73 Cent MöSt auf Diesel im Vergleich zu künftig 35 Cent je Liter in Österreich.
Der ARBÖ forderte, dass die Gewinne der Mineralölfirmen, die sich durch die Steuererhöhung ergeben, an die Kunden weitergegeben werden. Hintergrund: Wie im Wirtschaftsleben üblich haben auch die Mineralölfirmen Lagerbestände. Diese wurden noch vor der Steuererhöhung eingelagert, sprich von allem, was vom Lager nach dem 1. Juli verkauft wird, bleibt für die Mineralölfirmen ein Körberlgeld. Nachdem die Spritpreise aber permanent nach oben und unten gehen, gibt es diesen Bonus bzw. Malus für Treibstofffirmen laufend.
(apa/red)
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