Schönes Österreich: Das Reich der Tiere
- Natur pur: Wandern, Biken oder Höhlentouren der Nationalpark bietet einzigartigen Naturgenuss.

10 Jahre Nationalpark Kalkalpen: Die Geschichte eines der erfolgreichsten Naturschutzprojekte in Österreich.
Die Rückkehr der Wildnis: Nach ihrer Ausrottung vor gut 100 Jahren siedeln sich Steinadler und Braunbär wieder an.
Große Pläne hatte man Anfang der 80er-Jahre mit dem Reichraminger Hintergebirge, diesem dicht bewaldeten Teil der oberösterreichischen Kalkalpen. Ein Pumpspeicherkraftwerk in der Mollner Breitenau sollte gebaut werden, ein Kanonenschießplatz der Voest und ein paar Kraftwerksprojekte der Ennskraftwerke. Von Wachstum sprach die Industrie, von Wohlstand und Fortschritt.
Die Rede war aber auch von Abholzung, von Schadstoffen, von Lärm. Dies blieb freilich die Thematik der 35 Natur- und Umweltschutzvereinigungen, die sich unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Hintergebirge zusammenschlossen, um den geplanten Kraftwerksbau zu stoppen. Mehr noch: In der Mollner Erklärung wurde die Gründung eines Nationalparks nach internationalen Richtlinien gefordert. Sechs Jahre später waren die Forderungen von Erfolg gekrönt. Nach zähen Verhandlungen mit den Grundeigentümern wurde 1996 das Oberösterreichische Nationalpark-Gesetz einstimmig beschlossen.
Im Juli 1997 war es so weit: Der Nationalpark Kalkalpen wurde auf einer Gesamtfläche von 16.509 Hektar realisiert. Im Lauf der Jahre wurde er ständig vergrößert, und heuer, zum zehnjährigen Jubiläum, zählt er 20.825 Hektar, die vom sanften Reichraminger Hintergebirge bis zum schroffen Sengsengebirge reichen.
Natürlicher Lebensraum. Mit seinen ausgedehnten Wäldern, steilen Kalkfelsen, weit verzweigten Bachsystemen und den zwanzig Almen bietet die Region vielen vom Aussterben bedrohten Arten einen geschützten Lebensraum. Hier kann sich die Natur frei von menschlicher Einwirkung entfalten. Wildnisschutz ist oberste Prämisse im Nationalpark Kalkalpen. Satte 75 Prozent des Gebietes sind den Tieren vorbehalten. Über 50 Säugetier-, 80 Brutvogel- und 1.600 verschiedene Schmetterlingsarten leben hier. Das Waldreich ist Lebensraum für sieben Spechtarten, die gute Arbeit im Kampf gegen den schädlichen Borkenkäfer leisten. Auch Luchs, Bär und Fischotter sind wieder zurück, nachdem sie vor mehr als hundert Jahren ausgerottet wurden.
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