Mittwoch, 27. Juni 2007

Der Kampf der Ärzte: Streit um Krebs-Therapie

  • Ärzte gegen Ärzte: Welche Motive in dem Streit noch mitspielen.

Ein NEWS-Bericht löste ein Beben in der Medizinszene aus. Welche Krebstherapie hilft.

Rein formal steht Aussage gegen Aussage. „Die Therapie mit dendritischen Zellen ist weder neu noch etabliert“, schreibt Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien, in einer Stellungnahme, gerichtet an „Sehr geehrte ProfessorInnen und wissenschaftliche MitarbeiterInnen der MedUni Wien“. Ganz ähnlich der Tenor von Reinhard Krepler, Ärztlicher Direktor des Wiener AKH, in einem Schreiben an die Patientinnen und Patienten: „Von der Zelltherapie, die im Artikel der Zeitschrift ‚News‘ zitiert wird, hätten Sie keinen Nutzen.“

Ganz anders die Meinung des weltberühmten Wissenschaftlers Carl Djerassi, „Vater der Antibabypille“: „Ich wundere mich über den negativen und abwertenden Ton, in dem in Österreich über die dendritische Zelltherapie geredet und geschrieben wird. Ich halte sie für eine der interessantesten neuen Krebstherapien momentan“, meint Djerassi im NEWS-Interview und spricht dabei aus persönlicher Erfahrung: „Meine Frau wäre bereits tot, wenn sie nicht seit eineinhalb Jahren beim deutschen Spezialisten Thomas Neßelhut in Behandlung wäre.“ Der Gynäkologe und Biochemiker aus Duderstadt betont im NEWS-Gespräch: „Auch wenn die Methode noch nicht perfekt ist, sind die dendritischen Stammzellen ein echter Fortschritt, da sie mit den eigenen Abwehrkräften des Körpers anstelle von schweren Toxinen gegen den Krebs vorgehen.“

Ärzte gegen Ärzte. Seit NEWS in der Ausgabe vor zwei Wochen (Heft 24/07) diese „Neuen Waffen gegen den Krebs“ vorgestellt hat, gehen die Wogen in einer Art und Weise hoch, wie es die heimische Medizinszene schon lange nicht mehr erlebt hat. Ärzte gegen Ärzte – so lautet das Motto seither. In Zentrum der Kritik: zwei anerkannte Professoren und Vorstände der Uni-Frauenklinik am AKH Wien, nämlich Johannes Huber, Hormonspezialist an der klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, sowie Sepp Leodolter von der klinischen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Der Hauptvorwurf, dem sich die beiden Mediziner ausgesetzt sehen: Mit der Propagierung einer klinisch noch nicht ausgetesteten Methode würden sie bei Tausenden Krebspatienten und deren Angehörigen falsche Hoffnungen wecken – und zudem private „Geschäftemacherei“ betreiben.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

27.6.2007 15:20