Händlersterben in Österreich hält an: Jede Woche müssen etwa 15 Kaufleute zusperren
- Einzelhandelsstandorte-Anzahl wird insgesamt kleiner
- Reagieren kaum auf veränderte Marktbedingungen
Das Händlersterben in Österreich hält weiter an. Jede Woche müssen 15 unabhängige Kaufleute in Österreich ihr Geschäft schließen. Gleichzeitig werden die großen Handelsketten immer größer und eröffnen pro Woche rund neun neue Standorte. Laut Studie des Marktforschungsinstituts RegioPlan steigt der Anteil der Filialisten, Franchisesysteme und Vertriebskooperationen am Einzelhandel in Österreich.
In Österreich gibt es derzeit etwa 51.000 Geschäfte, davon sind ein Drittel oder 17.000 filialisiert. Bis 2010 werde dieser Anteil weiter steigen: Statistisch gesehen kommen auf 1,5 Neueröffnungen der Filialisten 2,5 Schließungen des sonstigen Handels pro Tag. Hält diese Entwicklung an, werden im Jahr 2010 bereits 50 Prozent des gesamten Handels filialisiert und organisiert sein.
Anzahl der Einzelhandelsstandorte wird insgesamt kleiner
Trotz zahlreicher Neueröffnungen der Filialisten wird die Anzahl der Einzelhandelsstandorte jedoch insgesamt geringer und zwar um rund 1-2 Prozent pro Jahr. Die Verkaufsfläche dagegen wächst jährlich um ca. 2-3 Prozent. Das bedeute, dass die Geschäfte insgesamt weniger, dafür größer werden, so RegioPlan. Im Lebensmittelhandel ist in den letzten fünf Jahren die Zahl der Standorte um 3 Prozent gesunken, die Verkaufsfläche aber um 10 Prozent gestiegen.
Im Bundesländervergleich hat Niederösterreich die meisten filialisierten und organisierten Geschäfte, bei der Outlet-Dichte hat jedoch Tirol, mit einem Standort für 157 Haushalte, die Nase vorn. Bei den Branchen ist der Lebensmittelhandel die Nummer 1, rund 37 Prozent der filialisierten und organisierten Geschäfte sind Lebensmittelhändler.
Der Grund für das Sterben der kleinen Geschäfte sei vor allem darauf zurückzuführen, dass diese kaum auf die veränderten Marktbedingungen reagieren, so die Marktforscher. Oft sind sie in schlechteren Lagen angesiedelt oder treten ungewollt mit den großen Konzernen in Konkurrenz.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien

