Mittwoch, 27. Juni 2007

Taus in Banken-U-Ausschuss: Ex-VP-Obmann sieht sich im MobilTel-Deal als Treuhänder

  • Bulgarien-Geschäft: Von BAWAG-Vorstand kontaktiert
  • Kannte vor MobilTel-Kauf Unternehmer Schlaff nicht

Der frühere ÖVP-Obmann und Industrielle Josef Taus hat vor dem parlamentarischen Banken-Untersuchungsausschuss klargestellt, er sei beim An- und Verkauf der bulgarischen Mobilfunkgesellschaft MobilTel nicht als Investor beteiligt, sondern nur Treuhänder der MS Stiftung des Unternehmers Martin Schlaff gewesen. "Die MobilTel-Holding war Treuhänder für die MS Stiftung", sagte Taus. Seine Tätigkeit in dem Geschäft sei ihm vom früheren BAWAG-Vorstand zu Jahresende 2001 vorgeschlagen worden.

Vor dem MobilTel-Geschäft habe er Schlaff gar nicht persönlich gekannt, so Taus. Der BAWAG-Vorstand habe ihn angesprochen, dass Schlaff, "den ich bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gekannt habe", den Ankauf einer bulgarischen Telefonfirma plane, und ob er dort mitmachen könne. "Ich habe nach längerem Überlegen, nachdem ich auch den BAWAG-Vorstand gefragt habe, ob alles in Ordnung sei, zugestimmt". Er habe die Auskunft gekriegt, "es ist alles wasserdicht". Ihm sei gesagt worden, dass der BAWAG-Aufsichtsrat den Deal genehmigt habe.

Daraufhin habe er sich mit Schlaff getroffen. Schlaff sei ihm vom damaligen BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner vorgestellt worden, auch der damalige BAWAG-Vorstand und Elsner-Nachfolger Johann Zwettler war vermutlich bei dem Treffen dabei. "Diesen Ankauf hätte meines Erachtens außer Herr Mag. Schlaff in Österreich niemand fertig gebracht", meinte Taus. Schlaff habe das Geschäft an Land gezogen. Derzeit würden in Österreich "gigantische Geschäfte mit russischen Oligarchen bejubelt", sagte Taus offenbar in Anspielung auf den Einstieg des russischen Oligarchen Oleg Deripaska in österreichische Großunternehmen.

Die MobilTel sei Anfang 2002 um etwa 700 Mio. Dollar (520 Mio. Euro) gekauft worden. Die BAWAG habe den Deal finanziert, sie habe der MobilTel-Holding Gmbh einen Kredit gegeben in Höhe von "nicht ganz 700 Mio. Dollar". Dafür habe sie ein Bargebot von 500 Mio. Dollar erhalten, weiters seien sämtliche Aktien der MobilTel an die BAWAG verpfändet worden. "Es gibt nicht viele Geschäfte, die so abgesichert werden", sagte Taus.

Er sei gebeten worden, sich an der MobilTel-Holding, dem Käufer der MobilTel, zu beteiligen. Die MobilTel-Holding sei aber nur der Treuhänder für die MS-Stiftung von Schlaff gewesen. Er habe den Aufsichtsratsvorsitz der MobilTel übernommen. "An der Finanzierung haben wir überhaupt nicht teilgenommen", schloss Taus ein finanzielles Engagement seiner eigenen Firma aus. (apa/red)

27.6.2007 13:35