Kein leiser Abschied: Pole Jerzy Brzeczek
attackiert die Klubführung von Wacker Tirol
- Sieht den Tiroler Weg der Innsbrucker als gescheitert
- Abgang von Hörtnagl für Brzeczek Abstiegs-Grund
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Als "Abrechnung" wollte Wacker-Legionär Jerzy Brzeczek sein Pressegespräch zum Abschied aus Tirol nicht sehen. Trotzdem will der Pole nicht einfach leise seine Zelte abbrechen. Brzeczek schoss sich auf die sportliche Führung beim FC Wacker Tirol, der nun offiziell FC Wacker Innsbruck heißen wird, ein.
"Es ist an der Zeit, dass jemand einmal etwas laut sagt, was sich viele leise denken", sagte Brzeczek, "das Land Tirol muss hören, wo die Probleme liegen, damit der sportliche Absturz des Vereins in Zukunft gestoppt werden kann".
Brzeczek ist auch überzeugt, dass der sportliche Abstieg der Tiroler, die heuer nur wegen der Turbulenzen um den GAK den Klassenerhalt schafften, mit dem Abgang von Alfred Hörtnagl als sportlicher Leiter im Sommer 2005 begann. "Wir wollten Druck ausüben, dass Ali zurückkommt. Wir haben immer gesagt, dass wir kein Vertrauen in den sportlichen Leiter Christian Ablinger und Manager Mario Weger haben. Die beiden bringen den Verein sportlich und finanziell nicht weiter."
Stocker von Kritik ausgenommen
Bezeichnend sei, dass starke Persönlichkeiten, die bei Wacker "Legende" waren, weggingen und jetzt bei Topclubs in Spitzenpositionen sind. "So wie Hörtnagl als Sportdirektor bei Rapid oder Tschertschessow bei Spartak Moskau", sagte Brezeczek. "Inzwischen weiß jeder in Österreich, mit den Tirolern kannst du alles tun, weil es keine Persönlichkeiten gibt." Von der Kritik nahm Brzeczek nur Obmann Gerhard Stocker aus.
Die Philosophie des Tiroler Weges beim FC Wacker sei gescheitert, sagte Brzecek, und verwies darauf, dass es nicht gelang, Hannes Eder (jetzt Rapid) oder das große Talent Clemens Walch, der jetzt bei Red Bull Salzburg spielt, in Innsbruck zu halten. "Dafür ist im Winter aber der Brasilianer Wellington verpflichtet worden, das ist ja wie Sozialhilfe", ärgert sich Brzeczek.
Führungspersönlichkeiten fehlten
Beim FC Wacker fehlten die Führungspersönlichkeiten. "Nach außen wird geredet, dass man starke Persönlichkeiten mit eigenem Charakter will", sagte der Pole, "aber intern ist es anders, da wird dann immer von der Familie gesprochen".
Verwunderlich zeigte sich Brzeczek auch, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde. "Ich habe sogar einen Vertrag unterschrieben, unter der Voraussetzung, dass Wacker die Lizenz bekommt. Danach wusste Ablinger nichts mehr davon", ärgert sich der 36-Jährige und zeigte sich verwundert über die Argumentation, er sei zu alt: "Denn gleichzeitig wollte der Verein Michi Baur und Radoslaw Gilewicz zurückholen."
Der heute 35-Jährige Brezecek, der auch 44 Mal für das polnische Nationalteam spielte, kam 1995 nach Tirol und bekam sofort den Titel "der kleine Prinz". Nach Zwischenstationen beim LASK, Sturm Graz und Maccabi Haifa (Israel) kehrte Brzeczek 2004 wieder nach Innsbruck zurück. Wo er nächste Saison spielen wird, will er noch nicht verraten. "Ich bin mir aber mit einem Verein einig", sagte Brzeckek, "darf es aber noch nicht sagen."
(apa/red)
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